Archiv der Kategorie: (a)(r)(t)FREIHEIT

Netzzensur, aufgepasst!

Nachdem wir uns bereits an dem Projekt Zone*Interdite der Künstler Christoph Wachter und Mathias Jud erfreuen konnten, überraschen die beiden Schweizer nun mit einem neuen Projekt:
Picidae – benannt nach dem Specht, der in Mauern, hier in die Firewall netzzensierender Länder Schlupflöcher schlägt.

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Das Kunstprojekt unterwandert federleicht die Netzzensur Chinas, Koreas, Kubas, Vietnams, Nordrhein-Westfalens oder arabischer Länder wie Iran, Saudi Arabien oder Syrien, und zwar mit Bildern von hier und dort verbotenen Netzseiten zum Beispiel von Wikipedia oder der BBC.

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‚Contergan-Film‘ – Hanseatisches Oberlandesgericht ändert Urteile des Landgerichts Hamburg weitgehend ab

Nachfolgend der Wortlaut der Pressemitteilung vom 10.04.2007 der Gerichtspressestelle des Hanseatischen Oberlandesgerichtes Hamburg:

Der Pressesenat (7. Zivilsenat) des hanseatischen Oberlandesgerichts hat als zweite Instanz heute in vier einstweiligen Verfügungsverfahren zum so genannten ‚Contergan-Film‘ Urteile verkündet und diese mündlich – wie folgt – kurz begründet.

Firma Grünenthal GmbH
Der Senat hat in den Verfahren der Firma Grünenthal GmbH gegen die Zeitsprung Film u. TV Produktion GmbH bzw. den WDR (Aktenzeichen 7 U 141/06 und 7 U 143/06) die einstweilige Verfügung des Landgerichts Hamburg mit Ausnahme weniger Filmpassagen aufgehoben. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass die einstweilige Verfügung zu einer Zeit erging, als der Film noch nicht vorlag und dass einige der Szenen, die ursprünglich im Drehbuch vorhanden waren und verboten wurden, nicht oder verändert in den Film übernommen worden sind. Insofern hat sich die Firma Grünenthal GmbH im Ergebnis in größerem Umfang durchgesetzt, als dies nunmehr den Anschein hat.

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Anklage gegen Kurtz wird fortgesetzt

Wie eine am 13. März 2007 veröffentlichte Presseerklärung mitteilt, kündigte der Staatsanwalt Terry Flynn in einem TV-Interview die Fortsetzung der Anklage gegen Kurtz an. Die in Kurtz‘ Arbeiten verwendeten, angeblich harmlosen Bakterien seien gefährlich, zudem für die Öffentlichkeit nicht verfügbar, ausserdem habe Kurtz die Untersuchungen irregeleitet.

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Wehe, wer die Hymne wässert !

Italienischer Staatsanwalt beschlagnahmt gleich 2mal das selbe Kunstwerk

GRUNDSÄTZLICHES
Auch die italienische Verfassung [hier in deutscher Übersetzung]
gewährleistet die Kunstfreiheit durch …
Artikel 33: Kunst und Wissenschaft sind frei und können frei gelehrt werden.
Gleichermaßen verbindet die Verfassung durch …
Artikel 2: Die Republik anerkennt und gewährleistet die unverletzlichen Rechte des Menschen sowohl als Einzelperson, als auch innerhalb der gesellschaftlichen Gruppen, in denen sich seine Persönlichkeit entfaltet.
… auch mit den Menschenrechten und damit mit den darin erweiterten Garantien für die Kunst.

FALLSTUDIE
Aber der Reihe nach. Das italienische Künstlerduo goldiechiari, bestehend aus Sara Goldschmied [1975] und Eleonora Chiari [1971] wurde im Rahmen der Gruppenausstellung Group Therapy vom Bozener Museion und seiner Kuratorin Letizia Ragaglia zur Präsentation ihrer Arbeit ‚Confine immaginato‘ eingeladen. Bestandteil der Installation ist ein Zusammenschnitt unterschiedlicher Audiospuren, was zunächst einmal noch nichts Besonderes ist.
Hier aber handelt es sich nach Auskunft der Künstlerinnen um Spülgeräusche von etwa 16 unterschiedlichen Toiletten sowie um die Klänge, die Autorennsport-Fans spätestens seit Michael Schumachers zahlreichen Siegen für das italienische Ferrari-Team vertraut sind. Die Melodie des Inno di Mameli, auch Fratelli d’Italia [zu deutsch: Brüder Italiens] genannten Liedes, welches 1847 der Feder des damals 20-jährigen Freiheitskämpfers Goffredo Mameli entsprang, wenig später von Michele Novaro vertont wurde und fortan als Kampflied der Freiheitskämpfer gegen das österreichische Kaisertum diente, wurde von den Künstlerinnen elektronisch erzeugt den Wassergeräuschen beigemischt.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Tag der Deutschen Einheit 2006

… Ich habe die Erfahrung gemacht, dass manche beim Recht, frei ihre Meinung zu sagen oder zu schreiben, eine unnötige Schere im Kopf haben, dass gleichsam die weisse Fahne gehisst wird, bevor auch nur irgendetwas zu passieren droht. Wie anders ist denn die entscheidung um die Absetzung der Mozart-Oper in Berlin zu werten? Über Geschmack lässt sich trefflich streiten. Es gibt in Deutschland auch kein Verbot, sich verletzt zu fühlen. Man muss auch nicht in eine Oper gehen. Aber über die Freiheit der Kunst, über die Freiheit der Rede, der Presse, der Meinung, der Religion lässt sich nicht streiten. Hier kann und darf es keine Kompromisse geben.


Zur Rede der Bundeskanzlerin