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Ankündigung, Pressekonferenz und Katalog zur Ausstellung verzichten – wie gehabt – nicht auf Superlative: „Das Werk verdichtet sich zu einem der komplexesten und ehrgeizigsten in Barneys Schaffen. Im Film ‚River of Fundament‘ kulminieren sieben Jahre intensiver Beschäftigung mit den Themen Tod, Wiedergeburt, Transformation und Transzendenz.“

Das Haus der Kunst München präsentiert in diesem Sommer Matthew Barneys neueste Produktion „River of Fundament“ (2006-2014) und zeigt neben der Europapremiere der sechsstündigen Film-Oper in der Bayerischen Staatsoper 14 großformatige Skulpturen, Zeichnungen, Fotografien, Storyboards – eine Materialschlacht im Ausstellungstrakt des Erdgeschosses aus Bronze, Holz, Gusseisen, Graphit, Zink, Gold, Messing, Bronze, Sterlingsilber…

Wie schon seinerzeit, als Barney mit seinem 5-teiligen Cremaster-Zyklus zwischen 1994 und 2002 ein opulentes Werk bestehend aus knapp 400 Filmminuten, aus Fotos, Zeichnungen, Installationen und Objekten, vorwiegend aus Vaseline, Wachs und Silikon ablieferte, wartet er auch mit „River of Fundament“ mit einer hermetischen, zum Teil unentschlüsselbaren Ikonografie auf, die ihrerseits die Produktion von Deutungen, Bedeutungen und Ausdeutungen in Gang setzen wird.

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Barneys Produktion, die ihren Ausgangspunkt in der Film-Oper nimmt (im englischsprachigen Kontext wird Barney daher auch eher als Filmemacher bezeichnet) und hier auch ihre horrenden Produktionsbudgets findet, wird mit ihren Abfallprodukten in Form von Skulpturen, Zeichnungen und Fotografien die Museen, Galerien, Theorien, Feuilletons etc. füllen. Vielleicht wird dieses Mal reflektiert, wie und wodurch Barney diese Maschinerie anzuschmeissen in der Lage ist und welche Rückschlüsse auf die Ausgangsform zu ziehen sein könnten.

Superlative auch hinsichtlich der Ausstellungsarchitektur: An das klassizistisch reduzierte Ausstellungsgebäude von 1937,  in einer Länge von 175m, in der Prinzregentenstraße, wurde extra für Barneys Eisenguss-Bodenskulptur DJED (2009/2011), bei der es sich mit ihrem Gewicht von 25 Tonnen um den „größten nichtindustriellen Eisenguss der Geschichte“ handele, ein etwa 70 bis 80 qm großer Anbau installiert, bestehend aus weißen Wänden, 2 Notausgängen, 4 Steckdosen, 3 Kameras, einem Klimagerät, der Fußboden ist mit Linoliumfeldern in Mamoranmutung ausgelegt, von den Deckenstahlträgern sind Leuchtkörper abgehängt, der Außenraum wird zum Innenraum.

Dafür mutet der Außenraum in unmittelbarer Nähe zum Eisbach wie ein Geräteschuppen an, Bauzäune und Bauplanen signalisieren Temporalität. Wäre hier nicht einmal mehr eine Gier nach Raum, Material, Interpretation und Bedeutung zu vermuten, man könnte von einem institutionskritischen Hack ausgehen…

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