Ein etwas anderer Blick auf den NSU-Prozess am Münchner OLG

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– Ort: Nymphenburger Str. 16, München
– Prozessbeginn: 9.30h
– Nächste Termine:

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– Weitere Informationen online: http://www.justiz.bayern.de/gericht/olg/m/presse/archiv/2013/03918/index.php
– für Zuhörer am besten gegen 7.30/8h anwesend sein
– Personalausweis wird kopiert und mit alphabetisch sortierten Namensregistern verglichen

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– Überprüfung mit Metalldetektoren
– Abtasten des Körpers durch Polizeibeamte
– Nur kleines Gepäck (Notizblock, Kugelschreiber) wird zugelassen
– restliches Gepäck inkl. ausgestelltem Handy wird im Austausch mit einer Nummer verwahrt
– schmale Treppe Richtung Tribüne
– Tribüne links: Zuhörer
– Tribüne rechts: Pressevertreter (Steckdosen vorhanden)
– Zugang von der Gesamttribüne zu den Toiletten (2 Kabinen für die Damen), einem Kaffeeautomaten und einem Aufenthaltsbereich
– TV-Kameras verlassen nach Eintritt der Angeklagten den Raum
– 3 Ein- bzw. Ausgänge: über dem rechten Ausgang das Kreuz und eine für alle sichtbare Uhr
– 8 Richter in schwarzen Roben sitzen mittig vor 3 Regalen mit schwarzen Aktenordnern, die weiss etikettiert und mit einem rotem Punkt versehen sind
– rechter Hand etwas tiefer gesetzt 4 Staatsanwälte in rot
– davor der Tisch für Zeugenbefragungen, leicht angeschrägt zum Richtertisch
– die Opferanwälte sitzen unterhalb der Tribüne
– davor ein Tisch für Sachverständige
– links: die Anklagten E., G., W., Z. und S. (Namen sind vollständig auf Namensschildern zu lesen) mit ihren Anwälten
– Stühle: schwarze Sitzfläche, orangene Rückenlehne
– Wandfarbe: eierschalen
– Angeklagte Z. teilt sich mit ihren Verteidigern eine rote Dose mit roten Bonbons, eine schwarze Dose mit weissen Bonbons und eine schwarze Dose mit schwarzen Bonbons der Firma Pulmoll
– ansonsten: Dextroenergy (Aprikose und Orange), Fisherman (rot/weiss, grün/weiss)
– Wasser in Plastikflaschen des Labels „ja!“
– Angeklagte trinken Wasser aus Tetra Paks in Plastikbechern
– vornehmlich PC, seltener Apple
– alle Rechtsvertreter protokollieren parallel zu den Befragungen auf ihren Rechnern
– Verteidiger von Z. arbeiten ausschliesslich digital, Verteidigerin S. notiert ihre extrahierten Fragen parallel handschriftlich
– Angeklagte werden von 8 Polizisten (darunter 1 Polizistin) bewacht, ausserdem 2 weitere uniformierte Justizangestellte
– jeweils unterschiedlicher Habitus der Beteiligten (vgl. Bourdieu 1982, 1997)
– eine Kamera oberhalb des Richtertisches filmt die Ereignisse im Saal
– 2 Videoprojektionen links und rechts des Richtertisches zeigen die Bilder auf grauem Farbuntergrund, Bereich der Angeklagten ist mit einem hellgrau monochromen Farbtrapez überdeckt
– die Personen der erste Reihe der Besuchertribüne sind in der Projektion zu sehen

Weiteres:
Presse des OLG München: http://www.justiz.bayern.de/gericht/olg/m/presse/aktuell/
Kontakt zur Presse des OLG: Pressestelle@olg-m.bayern.de
Übersicht über den Pressespiegel: http://blog.zeit.de/nsu-prozess-blog/

Erkenntnisse durch den Abgleich des 20. Prozesstages mit der dazugehörigen Berichterstattung (Spiegel Online, Zeit, Süddeutsche):

– Bei der Rezeption der medialen Berichterstattung ist zu berücksichtigen, dass es sich um eine Auswahl an Informationen, eine mediale Aufbereitung sowie eine Verdichtung der Ereignisse im Gerichtssaal mit der Aktenlage handelt.

– Die diskursiven Faktoren (Wer spricht? Wie wird gesprochen? Wann wird gesprochen? Wie wird gerungen? Wie wird konstatiert? Worauf wird geachtet? Wann wird geschwiegen? …) könnten in der Berichterstattung stärker berücksichtigt werden.

 

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