{"id":3352,"date":"2021-01-08T13:56:43","date_gmt":"2021-01-08T12:56:43","guid":{"rendered":"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/?p=3352"},"modified":"2021-01-12T15:00:17","modified_gmt":"2021-01-12T14:00:17","slug":"mit-700-links-das-kunstsystem-durchloechern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/?p=3352","title":{"rendered":"Mit 700 Links das Kunstsystem durchl\u00f6chern"},"content":{"rendered":"\n<p><a href=\"https:\/\/cryptpad.fr\/pad\/#\/2\/pad\/view\/sPjUVu6Mk5tPtDFPyRVtPos57IGW3+BHBCpscMSMCbo\/\"><strong>https:\/\/cryptpad.fr\/pad\/#\/2\/pad\/view\/sPjUVu6Mk5tPtDFPyRVtPos57IGW3+BHBCpscMSMCbo\/<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Sophie Eisenried, 1.12.2020<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Eine Live-Feldstudie des Hauptseminars <a href=\"https:\/\/bkb.eyes2k.net\/S2LMU2020.html\">Everything is live now.\u00a0Das Kunstsystem im Ausnahmezustand<\/a>, am Institut f\u00fcr Kunstgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen, im Sommersemester 2020, Prof. Dr. Birte Kleine-Benne, gef\u00f6rdert vom <a href=\"https:\/\/www.kunstwissenschaften.uni-muenchen.de\/dept_kuwi\/praxisbuero\/index.html\">Praxisb\u00fcro<\/a> des Departments Kunstwissenschaften der LMU M\u00fcnchen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"376\" src=\"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/wp-content\/uploads\/Archiv_Ausnahmezustand4.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3374\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Der Begriff\u00a0<em>Ausnahmezustand<\/em>\u00a0gewinnt in Zeiten der akuten Krise\/n sowohl im Alltag als auch in der Wissenschaft an Bedeutung. Welche Bedeutung kommt dem Terminus technicus heute<a>[1]<\/a>\u00a0zu, der zun\u00e4chst von Carl Schmitt gepr\u00e4gt<a>[2]<\/a> und sp\u00e4ter dann von Giorgio Agamben weiter untersucht<a>[3]<\/a>\u00a0wurde?<\/p>\n\n\n\n<p>Der Corona<a>[4]<\/a>-Ausnahmezustand versetzt die Gesellschaft und deren Teilsysteme in&nbsp;Dynamiken, die neue Regeln und Gesetze generieren. Abstandsregelungen, Kontakteinschr\u00e4nkungen, Ausgangsbeschr\u00e4nkungen und das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen regulieren den Alltag der Bev\u00f6lkerung weltweit. Politik, Wissenschaft, Medizin und Wirtschaft stehen im st\u00e4ndigen Austausch und bedingen, erhalten und konsolidieren einander.&nbsp;Im Corona-Ausnahmezustand wird deutlich, dass und wie die Teilsysteme der Gesellschaft miteinander verstrickt sind, wie beim Politik-, Medizin- beziehungsweise Wissenschaftssystem zu beobachten ist.&nbsp;Was bedeutet der Ausnahmezustand f\u00fcr das Kultursystem und im Besonderen f\u00fcr das Kunstsystem und was wiederum bedeutet das f\u00fcr die Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Kunstsystem und der Ausnahmezustand stehen nicht nur in Wechselwirkungen, sondern das Betriebssystem Kunst<a>[5]<\/a>&nbsp;selbst befindet sich im Ausnahmezustand. Der 15. M\u00e4rz 2020 markiert einschl\u00e4gig f\u00fcr alle Museen, Galerien, Theater und s\u00e4mtliche Kultureinrichtungen wie auch f\u00fcr alle Akteur*innen des Betriebssystems den Beginn des sogenannten (ersten) Lockdowns.<a>[6]<\/a>&nbsp;Museen sehen sich aufgefordert, ihre Sammlungen zu digitalisieren und online zug\u00e4nglich zu machen. Theater verlagern ihre Proben in den Video-Chat und ihre Urauff\u00fchrungen in das Internet. K\u00fcnstler*innen, Schauspieler*innen, Regisseur*innen, Kurator*innen, Museumsp\u00e4dagog*innen und Wissenschaftler*innen suchen nach Strategien ihrer Existenzsicherungen.&nbsp;Unbekannt ist f\u00fcr alle Akteur*innen (noch immer), wie lange dieser Ausnahmezustand anhalten wird und was das f\u00fcr sie, f\u00fcr Ausstellungen, Produktionen, Einnahmen, Honorare, den Kunstmarkt und die Kunstinstitutionen bedeutet. Der Ausnahmezustand l\u00e4sst aber auch Strukturen, Regeln, Abh\u00e4ngigkeiten, Digitalisierungsanti- und sympathien, \u00c4ngste und Sorgen, St\u00e4rken und Schw\u00e4chen, Zweifel und Unsicherheiten sichtbar werden. Zahlreiche Autor*innen nehmen wie die t\u00e4glichen Berichterstattungen den Ausnahmezustand in ihre Ausf\u00fchrungen auf. Der 15. Juli 2020 stellt einen ersten und vorl\u00e4ufigen Endpunkt dar, welcher sich durch die allm\u00e4hlichen \u00d6ffnungen der Kultureinrichtungen erkl\u00e4rt.<a>[7]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die Berichterstattungen in den Kunstmagazinen, Feuilletons, Kulturblogs und Social-Media-Accounts waren und sind von Wichtigkeit, um die Entwicklungen im Kunstsystem als eine&nbsp;<em>Live<\/em>-Feldstudie beobachten zu k\u00f6nnen. Deshalb wurden jene Texte dieses Zeitraumes hier gesammelt, archiviert, kategorisiert und \u00f6ffentlich gemacht, die \u00fcber Online-Kan\u00e4le, Suchmaschinen und Social Media zu dem Themenkomplex Ausnahmezustand, Pandemie, Corona und Kunstsystem zu finden waren und immer noch mit einer URL ausgestattet im World Wide Web zug\u00e4nglich sind.&nbsp;Entstanden ist ein allgemein zug\u00e4ngliches Archiv zu den Ereignissen im Kunstsystem w\u00e4hrend des Corona-Ausnahmezustands, vom 15. M\u00e4rz bis zum 15. Juli 2020,&nbsp;das als Open Source angelegt und als Open Access zur Verf\u00fcgung gestellt wird. Der Text ist \u00f6ffentlich und kann nicht nur eingesehen und genutzt, sondern auch f\u00fcr den hier gew\u00e4hlten zeitlichen Rahmen, als auch dar\u00fcber hinaus in der Edit-Variante des Archivs weitergeschrieben und erweitert werden.&nbsp;Hierf\u00fcr ist eine Autorisierung der Initiatorinnen des Archivs erforderlich, die mit der \u00dcbersendung des Edit-Links erfolgt und unkompliziert per E-Mail erfragt werden kann.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"302\" src=\"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/wp-content\/uploads\/Archiv_Ausnahmezustand5-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3370\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Die Quellen wurden vornehmlich mit Twitter<a>[8]<\/a>&nbsp;gesammelt und mit CryptPad<a>[9]<\/a>&nbsp;editiert. Die Dokumente dieser Software k\u00f6nnen allgemein geteilt und in Echtzeit bearbeitet werden. CryptPad verwendet eine hundert-prozentige clientseitige Verschl\u00fcsselung (Zero-Knowledge-Verschl\u00fcsselung), um die Inhalte komplett zu sch\u00fctzen. Auch wenn der Link zum Dokument geteilt wird, wird lediglich ein kryptografischer Schl\u00fcssel \u00fcbermittelt. Das Archiv ist anonym und kostenlos nutzbar und kann der Recherche, der Lekt\u00fcre und dem Erkenntnisgewinn dienen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Inhalte zum Thema&nbsp;<em>Das Kunstsystem im Ausnahmezustand&nbsp;<\/em>sind durch folgende, erweiterbare Kategorien geordnet: Arts \/ Kunst \u2013 Policies \/ Politik \u2013 Exhibitions \/ Ausstellungen \u2013 Museums \/ Museen \u2013 ArtResearch \/ Kunstforschung \u2013 Theater \/ Film \u2013 Culture &amp; Society \/ Kultur &amp; Gesellschaft \u2013 Galleries \/ Galerien \u2013 Auctions \/ Auktionen \u2013 Fairs \/ Messen. Die Quellen sind innerhalb der Archivkategorien alphabetisch geordnet. F\u00fcr eine einfache, schnelle und \u00fcbersichtliche Nutzung kann durch das \u00d6ffnen der Gliederung mit einem Klick in einen der neun Themenbereiche gesprungen werden. Durch die Link-Setzungen eines jeden Archiveintrags k\u00f6nnen die Texte durch einen Klick im World-Wide-Web ge\u00f6ffnet und im&nbsp;Front-End gelesen werden \u2013 sofern von Seiten der Anbieter (wie zum Beispiel im Fall von The New York Times oder The Art Newspaper) keine Nutzungsschranken gesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Fall, dass auf einzelne Texte aufgrund des Work-in-progress-Charakter des Internets nicht mehr zugegriffen werden kann und eine oder mehrere URL\u2019s zu Fehlermeldungen f\u00fchren, k\u00f6nnen die Inhalte bei den Initiatorinnen erfragt werden:&nbsp;<a target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">dock@artlabor.eyes2k.net<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Das Archiv wurde als Informationsplattform und zu ihrer st\u00e4ndigen Erweiterung angelegt. Jede und jeder ist eingeladen, Verbesserungen, Erweiterungen und Diskussionen anzuregen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><a>[1]<\/a>&nbsp;Gemeint ist das Jahr 2020, ab dem 15. M\u00e4rz 2020.<\/p>\n\n\n\n<p><a>[2]<\/a>&nbsp;Vgl. Schmitt, Carl: Politische Theologie, Duncker &amp; Humbolt, Berlin 1922.<\/p>\n\n\n\n<p><a>[3]<\/a>&nbsp;\u201eDer Ausnahmezustand ist in diesem Sinne die Er\u00f6ffnung eines Raumes, in dem Anwendung und Norm ihre Getrennheit zur Schau stellen und worin reine&nbsp;<s>Gesetzes<\/s>kraft eine Norm umsetzt (sprich: sie anwendet, indem sie sie nicht anwendet), deren Anwendung suspendiert worden ist.\u201c Vgl. hierzu Agamben, Giorgio: Ausnahmezustand, Suhrkamp, 7. Auflage, Frankfurt am Main 2017, S. 51.<\/p>\n\n\n\n<p><a>[4]<\/a>&nbsp;Nachdem im Dezember 2019 der Ausbruch einer neuen Atemwegserkrankung best\u00e4tigt wurde, schlug die WHO im Februar 2020 f\u00fcr die Erkrankung den Namen Covid-19 vor. Seither wird sowohl in den Medien als auch im allt\u00e4glichen Sprachgebrauch von der COVID-19-Pandemie, Corona-(Virus)-Pandemie oder Corona-(Virus)-Krise gesprochen. Im M\u00e4rz erkl\u00e4rte die WHO die Epidemie zu einer weltweiten Pandemie.<\/p>\n\n\n\n<p><a>[5]<\/a>&nbsp;Zum Terminus technicus des Betriebssystem Kunst vgl. Wulffen, Thomas: Betriebssystem Kunst. Eine Retrospektive, in: Kunstforum International, Bd. 125, Jan.\/Feb.,1994, S.50\u201358.<\/p>\n\n\n\n<p><a>[6]<\/a>&nbsp;Zur Covid-19-Pandemie weltweit vgl.&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/COVID-19-Pandemie\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/COVID-19-Pandemie<\/a>&nbsp;[zuletzt abgerufen am 11.11.2020].<\/p>\n\n\n\n<p><a>[7]<\/a>&nbsp;Zu Ereignissen und Ma\u00dfnahmen in Deutschland vgl.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.bundesgesundheitsministerium.de\/coronavirus\/chronik-coronavirus.html\">https:\/\/www.bundesgesundheitsministerium.de\/coronavirus\/chronik-coronavirus.html<\/a>&nbsp;[zuletzt abgerufen am 11.11.2020].<\/p>\n\n\n\n<p><a>[8]<\/a>&nbsp;Vgl.&nbsp;<a href=\"https:\/\/twitter.com\/betriebssystemk?lang=de\">https:\/\/twitter.com\/betriebssystemk?lang=de<\/a>&nbsp;[zuletzt abgerufen am 11.11.2020]<\/p>\n\n\n\n<p><a>[9]<\/a>&nbsp;Als Alternative zu den verbreiteten und unverschl\u00fcsselten Officediensten vgl.&nbsp;<a href=\"https:\/\/cryptpad.fr\/\">https:\/\/cryptpad.fr<\/a>&nbsp;[zuletzt abgerufen am 11.11.2020]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>https:\/\/cryptpad.fr\/pad\/#\/2\/pad\/view\/sPjUVu6Mk5tPtDFPyRVtPos57IGW3+BHBCpscMSMCbo\/ Sophie Eisenried, 1.12.2020 Eine Live-Feldstudie des Hauptseminars Everything is live now.\u00a0Das Kunstsystem im Ausnahmezustand, am Institut f\u00fcr Kunstgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen, im Sommersemester 2020, Prof. Dr. Birte Kleine-Benne, gef\u00f6rdert vom Praxisb\u00fcro des Departments Kunstwissenschaften der LMU M\u00fcnchen. 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