{"id":3159,"date":"2019-12-08T15:58:18","date_gmt":"2019-12-08T14:58:18","guid":{"rendered":"http:\/\/artlabor.eyes2k.net\/?p=3159"},"modified":"2020-03-18T14:06:04","modified_gmt":"2020-03-18T13:06:04","slug":"mitteilung-statement","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/?p=3159","title":{"rendered":"Mitteilung"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Mitteilung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWill man die Linien eines Dispositivs entwirren, so muss man in jedem Fall eine Karte anfertigen, man muss kartographieren, unbekannte L\u00e4nder ausmessen \u2013 eben das, was [Foucault] als \u201aArbeit im Gel\u00e4nde\u2018 bezeichnet hat.\u201c &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Gilles Deleuze, Was ist ein Dispositiv?, in: Francois Ewald \/ Bernhard Waldenfels (Hg.): Spiele der Wahrheit.&nbsp;Michel Foucaults Denken, Frankfurt\/Main 1991, S. 153. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Nachklang der von Birte Kleine-Benne an der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen, Institut f\u00fcr Kunstgeschichte, Ende Juni 2019 veranstalteten Tagung <em>Dispositiv-Erkundungen, jetzt.<\/em> m\u00f6chten wir wichtige Gedanken unserer Debatte ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts der Herausforderungen an offene Gesellschaftsformen durch Anfeindungen gegen\u00fcber Pluralit\u00e4t, Differenz(ierung)en und Dekonstruktionen erscheint uns eine erneute Reflexion \u00fcber die Verantwortlichkeiten von Kunst, Kunstgeschichte und Kunsttheorie notwendig.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Aus einem historischen R\u00fcckbezug auf etablierte k\u00fcnstlerische, kunstgeschichtliche und -theoretische Narrative ergeben sich Forschungsans\u00e4tze, die auch auf ihre wissenschaftspolitischen Funktionen sowie den gesellschaftlichen Kontext, in dem sie situiert sind, befragt werden sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Daher sprechen wir uns f\u00fcr eine Praxis aus, die sich nicht in bereits vorhandenem Wissen ersch\u00f6pft, sondern dieses herausfordert, indem sie etablierte normative Wissenspraktiken, Argumentationsstrukturen und Bildrhetoriken neu verhandelt. Dieses Projekt fassen wir in zwei Arbeitshypothesen:<\/p>\n\n\n<p><!--more--><\/p>\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Kunsttheorien sollten neu ansetzen, indem sie die Komplexit\u00e4t ihrer institutionellen und disziplin\u00e4ren Rahmungen und ihre performativen Dimensionen mitreflektieren. Dazu sollten die Produktionsverh\u00e4ltnisse, Unsicherheiten und dispositiven wie auch diskursiven Verfasstheiten in den Blick genommen werden, um sich grundlegender Pr\u00e4missen, Theoreme, Ideologien, Probleme und Institutionen zu vergewissern und so tradierte Begriffe und Unterteilungen in Medien, Gattungen, Materialien, Genres und Stile grunds\u00e4tzlich neu zu diskutieren.<\/li><li>Kunsttheorien sollten ihre eigenen epistemischen Prozesse markieren: Dazu sind ihre Politiken und \u00d6konomien der Wissensbildungen, ihre Begr\u00fcndungs-, Legitimierungs-, Ausschlie\u00dfungs- und Tradierungsprozesse zu analysieren und ebenso ist anzuerkennen, dass Kunstgeschichte(n) plural produziert werden und folglich selbst ein heterogenes Geflecht aus Operationen und Operatoren sind.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Hierbei handelt es sich um ein wissenschaftstheoretisch, methodologisch und epistemologisch gleicherma\u00dfen komplexes wie herausforderndes Projekt, das die Intensivierung einer kollektiven Diskussion \u00fcber bestehende disziplin\u00e4re Begrenzungen hinweg anregt.&nbsp;Dazu m\u00f6chten wir interessierte Kolleginnen und Kollegen einladen: Dispositiv-Erkundungen@eyes2k.net&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Erste Informationen sind bereits online verf\u00fcgbar:&nbsp; <a href=\"https:\/\/bkb.eyes2k.net\/2019_Tagung_Dispositiv-Erkundungen.html\">https:\/\/bkb.eyes2k.net\/2019_Tagung_Dispositiv-Erkundungen.html<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>Es folgt eine Ver\u00f6ffentlichung, nicht nur der Tagungsbeitr\u00e4ge, um weitere Diskussionen in Gang zu setzen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Prof. Dr. Elke Bippus<\/strong>, Kunstheoretikerin, Kunsthistorikerin, Z\u00fcrcher Hochschule der K\u00fcnste<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Silvia Jonas<\/strong>, Philosophin, Munich Center for Mathematical Philosophy, Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Prof. Dr. Birte Kleine-Benne<\/strong>, Kunstwissenschaftlerin, Institut f\u00fcr Kunstgeschichte, Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Prof. h.c. Dr. Stefan R\u00f6mer<\/strong>, K\u00fcnstler<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Thorsten Schneider<\/strong>, Kunsthistoriker, Leuphana Universit\u00e4t L\u00fcneburg und Institut f\u00fcr Betrachtung<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erwin GeheimRat<\/strong>, Konzeptk\u00fcnstler\/digital, GeheimRat.com<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Juni \/ November 2019&nbsp;<br \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitteilung \u201eWill man die Linien eines Dispositivs entwirren, so muss man in jedem Fall eine Karte anfertigen, man muss kartographieren, unbekannte L\u00e4nder ausmessen \u2013 eben das, was [Foucault] als \u201aArbeit im Gel\u00e4nde\u2018 bezeichnet hat.\u201c &nbsp; Gilles Deleuze, Was ist ein Dispositiv?, in: Francois Ewald \/ Bernhard Waldenfels (Hg.): Spiele der Wahrheit.&nbsp;Michel Foucaults Denken, Frankfurt\/Main 1991, &hellip; <a href=\"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/?p=3159\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Mitteilung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,2,6,4],"tags":[553,550,549,554,552,555,556,551],"class_list":["post-3159","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-artallgemein","category-artfreiheit","category-artordnung","category-artservice","tag-birte-kleine-benne","tag-dispositiv","tag-dispositiv-erkundungen-jetzt","tag-institut-fuer-kunstgeschichte","tag-lmu","tag-mitteilung","tag-statement","tag-tagung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3159","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3159"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3159\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3341,"href":"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3159\/revisions\/3341"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3159"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3159"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3159"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}