{"id":2655,"date":"2017-10-23T21:23:31","date_gmt":"2017-10-23T20:23:31","guid":{"rendered":"http:\/\/artlabor.eyes2k.net\/?p=2655"},"modified":"2021-06-16T14:15:09","modified_gmt":"2021-06-16T13:15:09","slug":"the-medium-is-the-montage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/?p=2655","title":{"rendered":"The Medium is the Montage!"},"content":{"rendered":"<p>Wie sich wohl die Passionsgeschichte einer Frau, in Bewegtbildern, kombiniert mit Kammer- und Vokalmusik aus dem 15. und dem 21. Jahrhundert, in einem umgenutzten Kirchenbau auswirken mag? Wie wohl die anwesenden \u2013 musikalischen, filmischen und architektonischen \u2013 K\u00fcnste sich inmitten von m\u00e4chtiger Religionsgeschichte behaupten k\u00f6nnen? Und wie wohl die verschiedenen K\u00fcnste in ihren medialen Verfasstheiten unter- und miteinander agieren?<\/p>\n<p>Diese Fragen standen nicht am Anfang des <a href=\"https:\/\/www.rias-kammerchor.de\/konzerte\/konzertkalender\/index_ger.html?ACTION_OPASCALENDAR=displayEvent&amp;eventId=60021&amp;eStart=20.00&amp;eDom=roc&amp;year:int=2017&amp;startdate=2017\/10\/1&amp;eDate=2017.10.20&amp;month:int=10&amp;oy:int=2017\">1. ForumKonzertes<\/a> des <a href=\"https:\/\/www.rias-kammerchor.de\">Rias Kammerchores Berlin<\/a>&nbsp;am 20.10.2017, sondern entfalteten sich im Verlauf des Abends, als sich eine (inhaltliche, architektonische, k\u00fcnstlerische, religi\u00f6se, kunsthistorische \u2026) Dimension nach der anderen zeigte:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2678 alignnone\" src=\"http:\/\/artlabor.eyes2k.net\/wp-content\/uploads\/2017_RIAS_bartholomaeus.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"700\"\/><br \/>\n<em>\u00a9 Tim Bartholom\u00e4us, 2017.<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>In der evangelischen Schinkel-Kirche <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/St._Elisabeth_(Berlin-Mitte)\">St. Elisabeth<\/a> in Berlin-Mitte, ein Kirchenbau aus den Jahren 1832 bis 1834, 1945 durch Bombenangriffe auf Berlin bis auf die Au\u00dfenw\u00e4nde komplett ausgebrannt und erst Anfang der 1990er Jahre nach Mauerfall gesichert und saniert, wurde der Stummfilm \u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Passion_der_Jungfrau_von_Orl\u00e9ans\">La Passion de Jeanne d\u2019Arc<\/a>\u201c von 1928 mit Musik von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Josquin_Desprez\">Josquin Desprez<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.griffith.edu.au\/music\/lisa-gasteen-national-opera-school\/teaching-expertise\/philip-mayers\">Philip Mayers<\/a> aufgef\u00fchrt. St. Elisabeth geh\u00f6rt zur Evangelischen Kirchengemeinde am Weinberg und wird seit ihrer Sanierung nicht nur als Sakralraum, sondern auch als <a href=\"http:\/\/www.elisabeth.berlin\/kulturorte\/st-elisabeth\">Kulturraum<\/a> genutzt. In der Apsis des Schinkelbaus, die in Ma\u00df und Form dem Vorbild altchristlicher sp\u00e4tr\u00f6mischer Basiliken <a href=\"http:\/\/www.stadtentwicklung.berlin.de\/denkmal\/liste_karte_datenbank\/de\/denkmaldatenbank\/daobj.php?obj_dok_nr=09010143\">folgt<\/a>&nbsp;und im Gegensatz zu den verputzten Au\u00dfenw\u00e4nden als pure Ziegelwand, also ohne Ausmalung auftritt, <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/RIAS.Kammerchor\/videos\/10154769008716783\/\">diente eine zentral geh\u00e4ngte Leinwand dem Screening als Projektionsfl\u00e4che<\/a>.<\/p>\n<p>Der franz\u00f6sische Schwarz-Weiss-Stummfilm \u201eLa Passion de Jeanne d\u2019Arc\u201c aus dem Jahr 1928 in der Regie von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Carl_Theodor_Dreyer\">Carl Theodor Dreyer<\/a>, mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ren\u00e9e_Falconetti\">Maria Falconetti<\/a> in der Titelrolle, der die Leidensgeschichte der franz\u00f6sischen Nationalheldin&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jeanne_d\u2019Arc\">Jeanne d\u2019Arc<\/a> (1412 bis 1431) ins Bild setzt und 2012 in die <a href=\"http:\/\/www.bfi.org.uk\/news\/50-greatest-films-all-time\">Top Ten der &#8222;besten Filme aller Zeiten&#8220;<\/a> gew\u00e4hlt, wurde musikalisch kombiniert mit collagierten Kompositionen des Renaissance-Komponisten und -S\u00e4ngers Josquin Desprez (1450 bis 1521), also einem ungef\u00e4hren Zeitgenossen Jeanne d\u2019Arcs. Das Vokalquartett aus Sopran, Alt, Tenor und Bass (Stephanie Petitlaurent, Susanne Langner, Volker Nietzke und Andrew Redmond) sang in zeittypischer Kontrapunkt-Technik, vornehmlich im polyphonen Satz, manchmal mit einem Wechsel zu kurzen homophonen Abschnitten, mit emphatischer Akzentuierung und syllabischem Gesang, seltener vierstimmig. Der vokale Gesang wurde begleitet von drei Instrumentalisten des <a href=\"http:\/\/www.sheridan-ensemble.com\">Sheridan Ensembles<\/a>, dem Fl\u00f6tisten Gergely Bodoky, der Cellistin Anne Carewe und dem Percussionisten Oli Bott, die ebenfalls kontrapunktisch und zwar mit klanglichen, melodischen und rhythmischen Mitteln der zeitgen\u00f6ssischen Musik auftraten. Wenn diese nicht zwischen Gesang und Bild vermittelte und \u00fcberbr\u00fcckte, stach sie wie die Renaissancekompositionen als ein gemeinsames Klanggeflecht ebenso pointiert, sparsam, akzentuiert und streng&nbsp;in den Raum. Philip Mayers, k\u00fcnstlerischer Leiter dieser Auff\u00fchrung, dirigierte diesen Abend und vermittelte zwischen Bewegtbild, Gesang, Musik und Klang.<\/p>\n<p>Zwei Beobachtungen dieses an Erkenntnissen reichen Abends stelle ich heraus:<\/p>\n<p><strong>1 Kontext:<\/strong> Es war faszinierend zu beobachten, dass das Publikum auf die Re-Textualisierung des Kirchenraumes mit seiner Kirchen- und Religionsgeschichte reagierte, an der Leidensgeschichte Jeanne d\u2019Arc Anteil nahm, die inquisitorischen Kirchenbonzen ablehnte, beim spritzenden Blut ihres Aderlasses zusammenzuckte, den Anblick ihres brennenden und verkohlenden K\u00f6rpers auf dem Scheiterhaufen vermied \u2013zusammengefasst, dass die Affekte des Publikums angesichts dieser <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Inquisition\">grausamen Epoche<\/a> kirchlicher Verfolgungen angesprochen waren \u2013 die Kontextualisierung des Raumes als Kultur- und Veranstaltungsraum war dann aber doch augenscheinlich \u00fcberm\u00e4chtig. Eine, vielleicht auch nur kurze, situative \u00dcberschreibung des Kulturraumes zugunsten des Sakralraumes bzw. der Machtarchitektur Kirchenraum fand nicht statt. Der projizierte filmische Inquisitionsprozess in der Apsis der Kirche reaktivierte und rekapitulierte nicht den Ort der Auff\u00fchrung und f\u00fchrte nicht zu einer Auskragung des Macht-\/Wissens-\/Angst-\/Wahrheits-\/Glaubens-\/Gest\u00e4ndnis-Komplexes in den Auff\u00fchrungsraum (wie er etwa von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Michel_Foucault\">Michel Foucault<\/a> auf seine <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Diskursanalyse\">diskursiven Wirkm\u00e4chte<\/a> h\u00e4tte untersucht werden k\u00f6nnen bzw. im Ansatz in &#8222;\u00dcberwachen und Strafen&#8220; 1975 untersucht wurde). Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Apsis\">Apsis<\/a> blieb eine lediglich architektonische Apsis, transformierte nicht zu einem Altarraum, der ansonsten mit der Lebens- und\/oder Leidensgeschichte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jesus_Christus\">Jesu Christi<\/a>&nbsp;(meist als Fl\u00fcgelaltar gemalt und\/oder mit Schnitzwerk ausgestattet oder als Kruzifix in plastischer Darstellung erz\u00e4hlt) aufgeladen ist. &nbsp;(Da Jeanne zu ihrem eigenen Schutz in M\u00e4nnerkleidung auftrat, lie\u00dfe sich hier auch das Gender-Thema perspektivieren, wie es <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Judith_Butler\">Judith Butler<\/a> in Fortsetzung der Machtanalysen Foucaults <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Das_Unbehagen_der_Geschlechter\">untersucht<\/a> hat.)&nbsp;Hier wurde die Apsis nun kurzzeitig mit der Leidensgeschichte der \u201eTochter Gottes\u201c, wie sich Jeanne in ihrem Gerichtsprozess bezeichnete, gef\u00fcllt und fand Eingang in kurzzeitige Empfindungen, Affektionen und Perzeptionen des Publikums.<\/p>\n<p>Gr\u00fcnde hierf\u00fcr waren sicher nicht nur die auf 25 Grad hochgeheizten R\u00e4ume und die acht, die Raumpfeiler von unten anleuchtenden, warmen Lichtstrahler, die Kinositzordnung&nbsp;und der tradierte, direkte Blick des Publikums auf die Musiker und S\u00e4nger, die R\u00fcckenansicht des Dirigenten und seine 180-Grad-Drehung am Ende der Veranstaltung, der Beifall, die Verbeugung, der Abgang der K\u00fcnstlerInnen&#8230; Gr\u00fcnde waren auch das pr\u00e4formative Eingestelltsein des Publikums auf eine kulturelle Veranstaltung (auf ein Filmscreening und dessen musikalischer Begleitung), ein zeitlicher und reflexiver Abstand zu den im Film geschilderten Ereignissen, deren mediale, n\u00e4mlich filmische Aufbereitung \u2013 Faktoren, die im Zusammenhang museologischer Forschung, also auf die Effekte von Museologisierungen ausgerichtet, von den Curatorial Studies, also auf die Wirkungen kuratorischer Entscheidungen ausgerichtet, oder auch von wahrnehmungstheoretischen Studien aufgenommen und fortgesetzt untersucht werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p><strong>2 Intermedia:<\/strong> Spannend war auch zu beobachten, dass und wie Text, Bild, Film, Gesang, Musik, Klang, Architektur und Inszenierung hier aufeinander stie\u00dfen und sich zueinander verhielten.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst zu den Einzelmedien: Der Schwarz-Weiss-Stummfilm, wie \u00fcblich mit eingeschobenen Texttafeln weiss auf schwarz ausgestattet (das Franz\u00f6sische wurde synchron mit deutschen Untertiteln ebenfalls weiss auf schwarz textlich \u00fcbersetzt), zeigte Bilder, die 1928 mit expressionistischen Stilmitteln&nbsp;gedreht wurden. Dabei wurde nicht die Lebens-, sondern die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jeanne_d\u2019Arc#Festnahme_und_Inquisitionsprozess\">Leidensgeschichte Jeanne d\u2019Arcs<\/a> ins Bild gesetzt: der Vorwurf der Ketzerei, ihre <a href=\"http:\/\/www.stjoan-center.com\/Trials\/#condemnation\">Gerichtsverhandlung<\/a> unter Vorsitz des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pierre_Cauchon\">Bischofs von Beauvais<\/a>, ihre Schuldigsprechung am 19. Mai 1431 wegen Aberglaubens und Irrlehren, ihr Aufenthalt in der Folterkammer, ihr Aderlass, ihr Abschw\u00f6ren angesichts der drohenden Enthauptung und letztlich ihre Verbrennung und ihr Todeskampf am 30. Mai 1431 auf dem Scheiterhaufen auf dem Marktplatz von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rouen\">Rouen<\/a>. In Hard Edge (fl\u00e4chig, geometrisch), starkem Hell-Dunkel-Kontrast, kontrastreicher Beleuchtung, einem wiederkehrenden Wechsel von starker K\u00f6rnung und Unsch\u00e4rfe, geometrischer Strenge, sich wiederholenden, kommentierenden Kameraperspektiven, der Konzentration auf Gesichter und deren Mimik, \u00fcbertriebene gestische Spielweisen der Darsteller etc. &nbsp;wurden Jeannes Qualen seelischer, physischer und sozialer Herkunft \u00fcberdeutlich inszeniert. Diese Bilder wurden mit einer mehrstimmigen, sparsamen, akzentuierten Vokalmusik kombiniert, manchmal wurden Textsequenzen des Filmes (\u201eAmen\u201c) von den S\u00e4ngern synchron aufgenommen, gesungen, &nbsp;gesprochen, gefl\u00fcstert. Querfl\u00f6te, Cello und Percussion emotionalisierten und unterst\u00fctzten, f\u00fcgten zusammen und montierten, dynamisierten und entschleunigten. Die Polyphonie des Gesangs wurde mit expressiven Mitteln der Neuen Musik, mit deren Klangfarben, Rhythmus und Dynamik kombiniert und traten nicht weniger kontrastierend, sprunghaft, zugespitzt, prononciert und dringlich auf \u2013 manchmal monophon (ein klagendes Cello), seltener homophon im Zusammenspiel mit dem Gesang und gemeinsamer Motive, meist als flirrender, blitzender, exzentrischer Klang. Im Effekt entstand ein Klangbild, das zwischen Kompositionen der Renaissance und der Gegenwart nicht mehr unterscheiden lie\u00df und&nbsp;sowohl Dissonanzen in der Renaissancemusik als auch Harmonien in der Neuen Musik herausarbeitete. Zus\u00e4tzlich dazu diente die Neue Musik als stilistisches und \u00e4sthetisches Mittel der Kombination von Renaissancemusik und expressionistischem Bewegbild, Interrelationen mit dem Raum in Form von Raumresonanzen wurden nicht in Gang gesetzt.&nbsp;Die Auff\u00fchrung fand in der unverputzten Backsteinarchitektur von St. Elisabeth&nbsp;statt, Screening und Musiker waren in der Apsis des Chores, im Altarraum, auf einer leicht erh\u00f6hten B\u00fchne platziert, das Publikum in dem l\u00e4ngsrechteckigen, einschiffigen Saalbau. Allein die Tatsache, die Einzelk\u00fcnste hier separat formulieren zu k\u00f6nnen, weist darauf hin, dass diese, obwohl sie zusammentreten und in einem gemeinsamen Konzept fusionieren, weiterhin in ihrer medialen Differenz beobachtbar sind. Das mediale Nebeneinander und konzeptionelle Miteinander kann mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dick_Higgins\">Dick Higgins<\/a>&nbsp;(1984) als Intermedia bezeichnet werden, vorausgesetzt wird, dass es zeitgleich in einem \u00e4sthetischen, institutionellen oder technischen Rahmen stattfindet.<\/p>\n<p>Und obwohl allein die physischen und materialen Vorteile eindeutig ausfallen m\u00fcssten, beherrschte das Bild, genauer das Bewegtbild die Szenerie. Das mag an&nbsp;der zentral geh\u00e4ngten 4:3-Leinwand, die die \u00fcberlebensgro\u00dfe Projektion auffing, gelegen haben oder &nbsp;an den Gr\u00f6\u00dfendimensionen der Motive (die Kamera konzentrierte sich bevorzugt auf Gesichter oder auch nur auf deren Teile, auf M\u00fcnder, Augen, Nasen, Augenbrauen) oder an dem expressionistischen Prinzip des Filmes oder an der zentralisierenden, an der Leinwand orientierten Sitz- und Blickordnung des Publikums &nbsp;oder an dem Veranstaltungstitel, der den Film in den Fokus nahm und untertitelte: \u201emit Musik von Josquin Desprez und Philip Mayers\u201c oder an der zeitgen\u00f6ssischen N\u00e4he des Massenmediums Bewegtbild im Vergleich zu Vokalgesang oder Kirchenarchitektur oder an der filmischen Bewegung bzw. deren Illusion oder an der kulturellen Priorisierung der visuellen Wahrnehmung. Dennoch ist ersichtlich, dass die eingangs gestellten Fragen, die den Komplex Musik-, Religions-, Kunst-, Architektur-, Film- und Auff\u00fchrungsgeschichte er\u00f6ffneten, Folge des Zusammentreffens aller beteiligten K\u00fcnste war. Auch das ist der intermedialen Konzeption anrechenbar: Auch wenn sich die Differenzen der medialen Verfasstheiten (noch) zeigen, so k\u00f6nnen sich doch schon erste Uneindeutigkeiten ank\u00fcndigen; eine mediale Transformation (Medialisierung) hat noch nicht stattgefunden, kann sich allerdings (transmedial) schon andeuten.<\/p>\n<p>Intermedia f\u00fchrt diese potenziell neue Form als Ergebnis der Medialisierung stets mit sich \u2013 in diesem Fall d\u00fcrfte es sich aber nicht, so schlage ich vor, um eine Kunst- oder Mediengattungsform, sondern um eine Kulturtechnik handeln: Denn wesentlich ist m. E. weniger der Blick auf eine potenziell neue Form oder Gattung als vielmehr auf die Technik der Montage, die mehrfach zum Einsatz kommt: Diese Technik wurde sowohl als Kompositionsprinzip von Desprez und Mayers als auch als filmisches Prinzip als auch als Kombinationsprinzip der Einzelk\u00fcnste angewendet und ragt daher als das Organisationsprinzip dieses Abends heraus.&nbsp;Daher lautet meine These, dass es sich um einen Abend im Medium der Montage handelte. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Marshall_McLuhan#The_Medium_is_the_Massage:_An_Inventory_of_Effects_.281967.29\">Mit McLuhan formuliert<\/a>: The Medium is the Montage! Um dieses Medium aufzugreifen und auch in\/mit der Auff\u00fchrungsinszenierung zu praktizieren, empfehle ich f\u00fcr vergleichbare Situationen eine gelockerte Raumordnung, eine dezentralisierte Blickordnung, eine st\u00e4rkere Brechung der hierarchisierten K\u00fcnste, eine st\u00e4rkere kuratorische Ber\u00fccksichtigung des Ortes und einen lauteren r\u00e4umlichen Klang.<\/p>\n<p>Diese \u00dcberlegungen werden mit dem 2. ForumKonzert am 26.1.2018 um 20 Uhr im M\u00e4rkischen Museum Berlin fortgesetzt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/e8c58f4afb584d11a6342270fec6d729\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie sich wohl die Passionsgeschichte einer Frau, in Bewegtbildern, kombiniert mit Kammer- und Vokalmusik aus dem 15. und dem 21. Jahrhundert, in einem umgenutzten Kirchenbau auswirken mag? 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