{"id":2321,"date":"2016-06-01T18:19:40","date_gmt":"2016-06-01T17:19:40","guid":{"rendered":"http:\/\/artlabor.eyes2k.net\/?p=2321"},"modified":"2021-06-16T14:20:36","modified_gmt":"2021-06-16T13:20:36","slug":"wie-eine-ausstellung-zur-oeffentlichkeit-oeffentlichkeit-abschleift","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/?p=2321","title":{"rendered":"Wie eine Ausstellung zur \u00d6ffentlichkeit \u00d6ffentlichkeit abschleift"},"content":{"rendered":"<p>Sucht man den Begriff Demopolis in der Suchmaschine <a href=\"https:\/\/startpage.com\/\">Startpage<\/a>, wird man zun\u00e4chst auf den Wikipedia-Eintrag zur US-amerikanischen Stadt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Demopolis\">Demopolis in Alabama<\/a> geleitet, ein Ort, der von einer Gruppe <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bonapartismus\">Bonaparten<\/a>, also Anh\u00e4nger der napoleonischen Diktatur, gegr\u00fcndet wurde, die nach dem Sturz <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Napoleon_Bonaparte\">Napol\u00e9on Bonapartes<\/a> in die Vereinigten Staaten fl\u00fcchteten. Bereits der zweite Eintrag f\u00fchrt zu der <a href=\"http:\/\/www.adk.de\/demopolis\/\">Webpr\u00e4senz der Ausstellung Demo:Polis<\/a> in der <a href=\"http:\/\/www.adk.de\/\">Berliner Akademie der K\u00fcnste<\/a>, die im Untertitel &#8222;Das Recht auf \u00d6ffentlichen Raum&#8220; hei\u00dft. (Die Reihenfolge in der Suchmaschine Google ist umgedreht.)<\/p>\n<p>Mit dem Begriff Demo:Polis, also mit einem Doppelpunkt als Wort- bzw. Raumteiler oder bei URL&#8217;s als Trennung des Protokolls als Kontexthinweis (http, file oder ftp) vom Pfad zur Verortung der genauen Ressource (<a href=\"http:\/\/www.adk.de\/\">adk-berlin.de<\/a> oder <a href=\"http:\/\/artlabor.eyes2k.net\/\">artlabor.eyes2k.net<\/a>), noch dazu in Gro\u00dfbuchstaben (DEMO:POLIS) ist den Kuratoren Wilfried Wang und Barbar Hoidn, gemeinsame Gr\u00fcnder des Berliner Architekturb\u00fcros <a href=\"http:\/\/www.hoidnwang.de\">Hoidn Wang Partner<\/a> die Kreation eines Mems oder auch eines Hashtags, also eines Erh\u00f6hungszeichens gelungen, das mit dem integrierten Doppelpunkt den semantischen Raum der Informatik \u00f6ffnet. Und so hei\u00dft es denn auch in der Ausstellungsank\u00fcndigung, dass hier nicht nur der &#8222;reale&#8220; Raum, sondern auch der &#8222;virtuell-\u00f6ffentliche&#8220; des Internets Gegenstand des Interesses sei \u2013 eine Ank\u00fcndigung, die sich in der Ausstellung selbst leider nicht einl\u00f6st, abgesehen von einer optisch reizvollen, installativen Projektion von kontinuierlich str\u00f6menden Metadaten eines (welchen? gehackten? aktuell operierenden?) Netzwerkprotokolls sowie einer textlichen, essayistischen Auseinandersetzung in dem mit 48,- EUR&nbsp;recht kostenintensiven Katalog zur Ausstellung.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2450\" src=\"http:\/\/artlabor.eyes2k.net\/wp-content\/uploads\/2016_Kunstcampus.jpg\" alt=\"N\u00e4he Hamburger Bahnhof, Berlin\" width=\"599\" height=\"337\"\/><br \/>\n<em>N\u00e4he Hamburger Bahnhof, Berlin<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<div>\n<p>Mit Skizzen, Pl\u00e4nen, Grundrissen, Modellen, Fotografien, Zeitungsartikeln und Filmen wartet die Ausstellung in den R\u00e4umen der Akademie der K\u00fcnste im Hanseatenweg auf, zumeist fixiert auf Sperrholzraumteilern von <a href=\"http:\/\/www.molitor-berlin.de\/\">m.o.l.i.t.o.r. GmbH Berlin<\/a>, und informiert, wie es im Untertitel hei\u00dft, \u00fcber &#8222;Das Recht auf \u00d6ffentlichen Raum&#8220;, auf die &#8222;Herstellung von \u00d6ffentlichkeit von der \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit&#8220;. Hierbei handelt es sich nach Ansicht der Kuratoren um Raumgestaltungen von Pl\u00e4tzen (<a href=\"http:\/\/lacatonvassal.com\/index.php?idp=37\">Place L\u00e9on Aucoc in Bordeaux<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.evb-wismar.de\/de\/parken\/parkraumkonzept_altstadt_wismar\">Markplatz in Wismar<\/a>, Gerhart-Hauptmann-Platz in Berlin), Stadtzentren (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Guimar\u00e3es\">Guimaraes <\/a>in Portugal), Parks (<a href=\"http:\/\/www.granbypark.com\/\">Granby Park<\/a> in Dublin, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arena_Sto\u017eice\">Sportpark Stozice<\/a> in Ljubljana) und ganzen K\u00fcstenstreifen (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Galizien\">K\u00fcste Galiziens<\/a>). Dabei ist das Entree des Ausstellungsparcours, also der Aufmacher der Ausstellung mit der Neugestaltung des Berliner <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alexanderplatz\">Alexanderplatzes<\/a> besetzt: Neben historischen Aufnahmen der Entwicklung des Alexanderplatzes seit 1900 informiert die Endlosschleife \u00fcber den <a href=\"http:\/\/www.stadtentwicklung.berlin.de\/planen\/staedtebau-projekte\/alexanderplatz\/de\/planungen\/wettbewerb_93\/erster_preis_kollhoff\/index.shtml\">Masterplan von Kollhoff\/Timmermann<\/a> aus dem Jahr 1993, der neun Hochh\u00e4user in Blockrandbebauung vorsieht, sowie \u00fcber zwei konkrete Hochhausplanungen von <a href=\"http:\/\/www.kleihues.com\/\">Kleihues+Kleihues<\/a> sowie von <a href=\"http:\/\/www.barkowleibinger.com\/\">Barkow Leibinger<\/a>, die vergleichbare oder sogar gleiche Fehler wie beim <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Potsdamer_Platz\">Potsdamer Platz<\/a> bef\u00fcrchten lassen. Neben den architektonischen Zeichnungen und Modellen platziert k\u00f6nnen die Ausstellungsbesucher an einem Computer mit einer 3D-Stadtsimulation das Areal Alexanderplatz selbst planen und bebauen und ein paar Schritte weiter mittels eines Fragebogens an der geplanten Transformation der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ackerstra\u00dfe\">Ackerstra\u00dfe in Berlin<\/a> teilnehmen, die sich von Mitte bis in den Wedding zieht und in fr\u00fcheren Zeiten eine belebte und umtriebige Fu\u00dfg\u00e4ngerzone war, so suggerieren die hier ausgestellten, historischen Text- und Bildzitate. Ob es sich bei Computersimulation und der Besucherumfrage den Kuratoren zufolge schon um &#8222;das Recht auf \u00d6ffentlichen Raum&#8220;, also um die Herstellung &#8222;von \u00d6ffentlichkeit von der \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit&#8220; handelt?<\/p>\n<p>Nach einem Rundgang durch die Ausstellung kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass \u00d6ffentlichkeit ein Gesch\u00e4ft der Architektur und von Architekten sei, dass \u00d6ffentlichkeit architektonisch hergestellt w\u00fcrde, daher auch die Ausstellungssprache eine von Architekturpr\u00e4sentationen abgeleitete sein m\u00fcsse. Zwar wird das kuratorische Messeformat von Architekturprojekten (u. a. von <a href=\"http:\/\/www.fosterandpartners.com\/\">Foster + Partner<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.lacatonvassal.com\/\">Lacaton &amp; Vassal<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.sadarvuga.com\/\">Sadar+Vuga<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.a2.ie\/\">A2 Architects<\/a>) mit einigen Kunstprojekten angereichert, wie <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Orte_des_Erinnerns_(Bayerisches_Viertel)\">&#8222;Orte des Erinnerns&#8220;<\/a> von <a href=\"http:\/\/www.stih-schnock.de\/\">Stih &amp; Schnock<\/a> in Berlin Sch\u00f6neberg (das seit 1993 mittels Text- und Bildtafeln \u00fcber die Entrechtung der Juden im nationalsozialistischen Deutschland informiert), von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hans_Haacke\">Hans Haacke<\/a>s tempor\u00e4rer Gestaltung des Londoner <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Trafalgar_Square\">Trafalgar Squares<\/a> (<a href=\"http:\/\/artforum.com\/words\/id=50403\">&#8222;Model for Fourth Plinth&#8220;<\/a>, 2013) und von <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2014\/08\/13\/arts\/design\/german-artists-say-they-put-white-flags-on-brooklyn-bridge.html?_r=0\">&#8222;White american flags&#8220;<\/a>, bei dem <a href=\"http:\/\/www.wermke-leinkauf.com\/de\">Matthias Wermke und Mischa Leinkauf<\/a>&nbsp;am 22.&nbsp;Juli 2014 die beiden amerikanischen Flaggen auf der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brooklyn_Bridge\">Brooklyn Bridge<\/a> gegen gewei\u00dfte austauschten und damit Medien und Sicherheitskr\u00e4fte in Aufregung&nbsp;versetzten.<\/p>\n<\/div>\n<p>Das Narrativ der Ausstellung (&#8222;Das Recht auf \u00d6ffentlichen Raum&#8220;) wird allerdings durch die eingestreuten tendenzi\u00f6sen Kapitelbezeichnungen (&#8222;K\u00e4mpfe um Rechte&#8220;, &#8222;Neoliberalisierung vs. Demokratisierung&#8220;) sowie durch visuelle Trigger hergestellt, die zu <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anschlag_auf_Charlie_Hebdo\">Charlie Hebdo<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Julian_Assange\">Julian Assange<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Edward_Snowden\">Edward Snowden<\/a> und den Protesten nach dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Todesfall_Michael_Brown\">Tod von Michael Brown<\/a> in Fergusan 2014 f\u00fchren, dar\u00fcber hinaus&nbsp;zu <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Occupy_Wall_Street\">Occupy Wall Street <\/a>in New York (2011), zur&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gezi-Park-Bewegung\">Gezi-Park-Bewegung<\/a>&nbsp;in Istanbul (2013) und zu den<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/TTIP\"> TTIP<\/a>-Demonstrationen \u2013 diese Zeugnisse sind \u00fcber Zeitschriftencover und Demonstrationsplakate sowie Miniaturvideopr\u00e4sentationen visuell an-, jedoch inhaltlich nicht eingebunden. Gerahmt wird die Ausstellung durch eine Dokumentation verschiedener Workshops, die in der Zeit der Ausstellung stattfanden, sowie durch in ihrer Wirksamkeit und Durchschlagkraft doch eher skeptisch zu sehenden Visionen zum Thema: eine innen mit fotografischen Miniatur-Nordafrikanern beklebte Storytelling-Box l\u00e4dt ein, die eigenen W\u00fcnsche und Vorstellungen zu formulieren, das &#8222;pastoralistische Manifest neurotischer Natur&#8220; animiert zu recht poetischen &#8222;Dingen, die man einmal im Leben im \u00f6ffentlichen Raum getan haben sollte&#8220;, etwa seine Sorgen zu verbrennen, mit der Zunge zu k\u00fcssen, im Regen zu duschen oder einen Frosch zu retten\u2026 Dabei g\u00e4be es ausreichend&nbsp;Material, um eine operative Aufbereitung zu erarbeiten, wie \u00d6ffentlichkeit \u00d6ffentlichkeit herstellt (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stuttgart_21\">Stuttgart 21<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.stoppt-k21.de\/\">K21<\/a>, <a href=\"http:\/\/das-gaengeviertel.info\/\">G\u00e4ngeviertel Hamburg<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.rechtaufstadt.net\/\">Recht auf Stadt<\/a>, &#8222;Willkommenskultur&#8220;, \u2026)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2451\" src=\"http:\/\/artlabor.eyes2k.net\/wp-content\/uploads\/2016_Oderberger.jpg\" alt=\"Oderbergerstra\u00dfe, Berlin\" width=\"600\" height=\"337\"\/><br \/>\n<em>Oderbergerstra\u00dfe, Berlin<\/em><\/p>\n<p>Hieraus ergibt sich ein in der Gewichtung und Ausrichtung eher bedenkliches Sammelsurium kommerzieller und beh\u00f6rdlicher Interessen, aufgef\u00fcllt mit kleineren Kunstaktionen, einigen wenigen Aktivit\u00e4ten sozialen Engagements (<a href=\"http:\/\/www.thf100.de\/\">100% Tempelhofer Feld<\/a>, <a href=\"http:\/\/urbanrights.org\/\">The&nbsp;Universal Declaration of Urban Rights<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.volksentscheidretten.de\/\">Volksentscheid retten<\/a>) sowie Ikonen ziviler B\u00fcrgerrechtsbewegungen als <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Blickfang\">Eyecatcher<\/a>, so dass sich die Ausstellung als eine h\u00f6chstgradig unpolitische, oder aber anders gewendet, als eine h\u00f6chst politische Schau im Sinne einer subversiven Maskerade oder auch eines T\u00e4uschungsman\u00f6vers zeigt, vielleicht sogar als eine Signifikationskampagne und Repr\u00e4sentationsausstellung der Investitions- und Bauaktivit\u00e4ten auf dem Berliner Alexanderplatz, die die \u00d6ffentlichkeit von ihrer \u00d6ffentlichkeit entbindet? Grundlegende Fragen (Was ist \u00d6ffentlichkeit? Wie ist sie herstellbar? Wie ist sie erhaltbar? Wie ist sie einforderbar? Wie wird sie im und in den Raum \u00fcbersetzt? Wie ist sie normativ aufgeladen? Welche historischen Formen existieren? Welche Paradigmen und Tendenzen sind zu beobachten?) bleiben in der Ausstellung selbst unbestimmt und unbeantwortet* und auch die Interessen von Architekturb\u00fcros, Auftraggebern und st\u00e4dtischen Beh\u00f6rden bleiben unangetastet und unbenannt \u2013 es sei denn, man erkennt an, dass die Ausstellung selbst Auskunft zum Stand des Themas \u00d6ffentlichkeit gibt: \u00fcber die Form, Gewichtung, Ausrichtung, Auswahl und Sprache der Ausstellung, \u00fcber ihre Entscheidung, sich repr\u00e4sentational und nicht operational dem Thema zu n\u00e4hern, \u00fcber die mangelnden kuratorischen Mittel, der Dynamik, Kontextgebundenheit und Operativit\u00e4t von &#8222;\u00d6ffentlichkeit&#8220; zu begegnen. Dabei w\u00e4re das Thema selbst ein herausforderndes Versuchsfeld gewesen, die kuratorischen Mittel der Repr\u00e4sentationskultur zur Disposition zu stellen und zu laborieren, d. h. mit dem Archivierten unter Ber\u00fccksichtigung bisheriger Kritik und neuerer Entwicklungen zu experimentieren. Angesichts der Vielzahl, auch universit\u00e4rer Credits (<a href=\"http:\/\/www.creativemedialab.de\/\">Media Lab Berlin<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.fh-potsdam.de\/\">Fachhochschule Potsdam<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.kh-berlin.de\/\">Kunsthochschule Wei\u00dfensee<\/a>) wirkt die Ausstellung eigent\u00fcmlich behauptend statt begleitend oder erforschend, seltsam positivistisch und ohne Haltung zu dem politischen Begriff der \u00d6ffentlichkeit, bei dem es sich ohne Frage um einen gesellschaftlich seismografischen Begriff handelt.<\/p>\n<p>In diesem Sinne w\u00e4ren die aktuelle Tendenzen im \u00f6ffentlichen Raum au\u00dferordentlich beobachtenswert: dass Lautsprecherboxen in H\u00e4userw\u00e4nde eingelassen und mittels eines Musikraumes Aufmerksamkeits- und Zudringlichkeitsgrenzen verschoben werden, dass das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Einkaufszentrum\">Shoppingmall-Prinzip<\/a> sich in den Au\u00dfenraum ausweitet, dass Fu\u00dfg\u00e4ngerwege in Sackgassen enden, dass zunehmend Abfalleimer wegrationalisiert werden,&nbsp;dass Architektur zu Anlageobjekten wird (<a href=\"http:\/\/www.sapphire-berlin.com\/\">&#8222;Zaphir by Liebeskind&#8220;<\/a>), dass historistische Hausbezeichnungen (<a href=\"http:\/\/www.brehme-palais.de\/\">&#8222;Brehme-Palais&#8220;<\/a>, <a href=\"http:\/\/friedrichscarre.de\/\">&#8222;FriedrichsCarr\u00e9&#8220;<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.kronprinzengaerten.de\/\">&#8222;Kronprinzeng\u00e4rten&#8220;<\/a>) Immobilienmaklern als Distinktions- und Verkaufsargument dienen, dass mit historischem \u00d6ffentlichkeitsmaterial sorglos umgegangen wird (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/City-Hof\">City-Hof Hamburg<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Friedrichswerdersche_Kirche\">Friedrichswerdersche Kirche Berlin<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Historisches_Archiv_der_Stadt_K\u00f6ln\">Historisches Archiv der Stadt K\u00f6ln<\/a>), hingegen neo-historisches Material Hochkonjunktur hat (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Frauenkirche_Dresden\">Frauenkirche Dresden<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Das_Schloss_(Berlin)\">Schloss Berlin<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Prinzessinnenpalais\">Prinzessinnenpalais Berlin<\/a>), dass Kunst der Immobilienbranche als Kapitaltransfer dient (Neues Wohnen im&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.kunstcampus.de\/de\">KunstCampus Berlin<\/a>), dass Politiker jeder&nbsp;Couleur seit Jahrzehnten die von ihnen verantworteten Defizite im sozialen Wohnungsbau beklagen,&nbsp;dass der l\u00e4ndliche Bereich zu Lagern der Metropolen wird (<a href=\"http:\/\/www.amazon-logistikblog.de\/standorte\/amazon-logistikzentrum-graben\/\">Logistikcentren und Lagerhallen von Amazon<\/a>, Server- und Datenhallen z. B. von Google, <a href=\"http:\/\/www.outlet-center-info.de\/\">Outletcenter<\/a>), dass st\u00e4dtisches Verhalten folklorisiert wird (Mauerpark Berlin, Reeperbahn Hamburg, Seeb\u00e4der auf R\u00fcgen und Usedom), dass partizipatives, performiertes Recht auf Stadt sich auf folgenloses <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Urbaner_Gartenbau\">Urban Gardening<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Guerilla_Knitting\">Urban Knitting<\/a> beschr\u00e4nkt oder diskreditiert wird (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wutb\u00fcrger\">&#8222;Wutb\u00fcrger&#8220;<\/a>), dass bisheriger Raum dem \u00f6ffentlichen Zugriff und Zugang z. B. durch Privatisierung, Kommerzialisierung und\/oder \u00dcberwachung entzogen wird (Berlin Mitte, Chausseestr. Berlin, u. a. durch den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zentrale_des_Bundesnachrichtendienstes\">BND-Neubau<\/a>), dass bisheriger \u00f6ffentlicher Raum durch Parkpl\u00e4tze f\u00fcr <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fahrradverleih\">Bike-Sharing<\/a> (Deutsche Bahn) und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Carsharing\">Car-Sharing<\/a>&nbsp;reduziert wird oder auch dass Graffiti zu akzeptierter, fassadenversch\u00f6nernder Oberfl\u00e4chenbeklebung wird\u2026<\/p>\n<p>*Literaturempfehlungen:<\/p>\n<p>Arendt, Hannah: Vita Activa oder vom t\u00e4tigen Leben (1958)<\/p>\n<p>Habermas, J\u00fcrgen: Strukturwandel der \u00d6ffentlichkeit (1962)<\/p>\n<p>Debord, Guy: Die Gesellschaft des Spektakels (1967)<\/p>\n<p>Lefebvre, Henri: Die Produktion des Raumes (1974)<\/p>\n<p>Richard Sennett: Verfall und Ende des \u00f6ffentlichen Lebens (1983)<\/p>\n<p>Benhabib, Seyla: Selbst im Kontext<i> <\/i>(1995, eng. 1992)<\/p>\n<p>Fraser, Nancy: Rethinking the Public Sphere: A Contribution to the Critique of Actually Existing Democracy (1992)<\/p>\n<p>Luhmann, Niklas: Die Realit\u00e4t der Massenmedien (1995)<\/p>\n<p>Sch\u00e4fer, Christoph: Die Stadt ist unsere Fabrik (2010)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.skulptur-projekte.de\/skulptur-projekte-download\/SP17-Out\/Out_of_Body_DE.pdf\">Bishop, Claire: Black Box, White Cube, Public Space (2015)<\/a><\/p>\n<p>Bishop, Claire: Out of Body \/ Out of Time \/ Out of Place (2016\/2017)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.adk.de\/de\/projekte\/2015\/demopolis\/index.htm\">DEMO:POLIS \u2013 Das Recht auf \u00d6ffentlichen Raum<\/a>, 12.3. bis 29.5.2016, Akademie der K\u00fcnste Berlin, Hanseatenweg<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/1e64b10f3d90421f8561150094a1d650\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sucht man den Begriff Demopolis in der Suchmaschine Startpage, wird man zun\u00e4chst auf den Wikipedia-Eintrag zur US-amerikanischen Stadt Demopolis in Alabama geleitet, ein Ort, der von einer Gruppe Bonaparten, also Anh\u00e4nger der napoleonischen Diktatur, gegr\u00fcndet wurde, die nach dem Sturz Napol\u00e9on Bonapartes in die Vereinigten Staaten fl\u00fcchteten. 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