{"id":2017,"date":"2015-10-17T15:53:04","date_gmt":"2015-10-17T14:53:04","guid":{"rendered":"http:\/\/artlabor.eyes2k.net\/?p=2017"},"modified":"2021-06-16T14:58:40","modified_gmt":"2021-06-16T13:58:40","slug":"drei-hacktivisten-im-apparat-der-kunst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/?p=2017","title":{"rendered":"Hacktivisten im Apparat der Kunst"},"content":{"rendered":"<p>In diesem Sommer zeigte die in Berlin neugegr\u00fcndete Galerie <a href=\"http:\/\/www.nomeproject.com\/\">NOME<\/a>, angesiedelt &#8222;zwischen Kunst, Politik und Technologie&#8220;, mit ihren ersten Ausstellungen die Arbeit von drei Hacktivisten:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/artlabor.eyes2k.net\/wp-content\/uploads\/2015_NOME.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2020\" src=\"http:\/\/artlabor.eyes2k.net\/wp-content\/uploads\/2015_NOME.jpg\" alt=\"2015_NOME\" width=\"599\" height=\"337\"\/><\/a><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.paolocirio.net\">Paolo Cirio<\/a><\/strong>, in New York und Turin lebend und arbeitend, wurde bekannt u. a. mit seiner Softwareentwicklung f\u00fcr das Kunstprojekt <a href=\"http:\/\/www.paolocirio.net\/work\/amazon-noir\/\">Amazon Noir<\/a> (2006), mittels derer er gemeinsam mit dem K\u00fcnstlerduo <a href=\"http:\/\/ubermorgen.com\">ubermorgen<\/a> komplette B\u00fccher des digitalen Archivs des Online-Buchh\u00e4ndlers mit der Amazon-eigenen Search-Inside-the-Book-Funktion h\u00e4tte spidern und als kostenlose pdf-Downloads verteilen k\u00f6nnen. Seit 2013 bietet Cirio mit <a href=\"http:\/\/www.paolocirio.net\/work\/loophole-for-all\/\">Loophole For All<\/a> (loophole4all.com) Anteile zuvor gehackter 200.000 anonymer Briefkastenfirmen im Steuerparadies Cayman Islands im Wert von 99 Cent aufw\u00e4rts an, \u201eto improving offshore business for the general public\u201c.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>In der Galerie NOME <a href=\"http:\/\/www.nomeproject.com\/exhibitions\/overexposed\">zeigte<\/a> er nun mit gro\u00dfformatigen und hochaufl\u00f6senden <a href=\"http:\/\/www.paolocirio.net\/work\/hd-stencils\/overexposed\/\">Pixelprints<\/a> auf Leinwand und Fotopapier (Cirio nennt seine Technik &#8222;HD Stencils Graffiti Technik&#8220;) die Portr\u00e4ts hochrangiger amerikanischer Geheimdienstmitarbeiter wie z. B. von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Keith_B._Alexander\">Keith Alexander<\/a> (NSA), <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/John_O._Brennan\">John Brennan<\/a> (CIA),&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Michael_V._Hayden\">Michael Hayden<\/a> (NSA) und Avril Haines (CIA), deren Konterfeis er zuvor qua Social Hack in informellen und privaten Kontexten ausfindig gemacht hat &#8211; eine Variante der Gegen-Nutzung technologischer \u00dcberwachungsmassnahmen, f\u00fcr die die NSA seit Snowden Ber\u00fchmtheit erlangt hat. Cirio nutzt den Wieder-Einsatz und die Re-Kontextualisierung dieser und anderer aktueller sozialer Umgangsformen (wie obsessives Stalking, Manipulation der \u00f6ffentlichen Meinung und Zweckentfremdung privater Informationen etwa durch Unternehmen) f\u00fcr das Entwickeln seiner sog. <a href=\"http:\/\/www.paolocirio.net\/press\/texts\/anti-social_sculptures.php\">Anti-Social Sculptures<\/a>. Technik, Ausgangssnapshot und Pixelprints der Portr\u00e4ts sind folgekonsequent en detail auf seiner Webseite online <a href=\"http:\/\/www.paolocirio.net\/work\/hd-stencils\/overexposed\/\">dokumentiert<\/a>.&nbsp;Cirio nutzt das bildgebende Verfahren, unsichtbaren, aber pr\u00e4senten Entscheidungsgr\u00f6\u00dfen eine repr\u00e4sentative Sichtbarkeit zu verleihen, den Namen ein Portr\u00e4t zuzuordnen und sie der \u00d6ffentlichkeit bekannt zu machen. Um &#8222;Overexposed&#8220; nicht im White Cube verschwinden und die Einzelprozesse (Social Hack, Stencils Graffiti Technik, Public Intervention) der Gesamtaktion nicht auf eine gerahmte Zwei-Dimensionalit\u00e4t zu reduzieren, fanden gleichzeitig Plakatinterventionen in Berlin-Friedrichshain (zuvor im Stadtraum von New York, London und Paris) statt, um die programmatische Zirkulation der Portr\u00e4ts, nun auf Papier im \u00f6ffentlichen Stadtraum in Gang zu setzen. Dieser Teil der Ausstellung wurde nach nur wenigen Tagen \u00fcberplakatiert und nicht erneuert.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/artlabor.eyes2k.net\/wp-content\/uploads\/2015_Cirio1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2022\" src=\"http:\/\/artlabor.eyes2k.net\/wp-content\/uploads\/2015_Cirio1.jpg\" alt=\"2015_Cirio1\" width=\"280\" height=\"400\"\/><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href=\"http:\/\/artlabor.eyes2k.net\/wp-content\/uploads\/2015_Cirio2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2023\" src=\"http:\/\/artlabor.eyes2k.net\/wp-content\/uploads\/2015_Cirio2.jpg\" alt=\"2015_Cirio2\" width=\"280\" height=\"400\"\/><\/a><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/shorttermmemoryloss.com\/\">James Bridle<\/a><\/strong>, Informatiker mit Sitz in London, ist die <a href=\"http:\/\/www.nomeproject.com\/exhibitions\/glomar-response\">zweite<\/a> Ausstellung in der Galerie NOME gewidmet &#8211; seine erste Einzelausstellung &#8222;The Glomar Response&#8220; in Deutschland. Bridle, der zeitgleich zu seiner Pr\u00e4sentation u. a. in der <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/kultur\/kunst\/2015-07\/james-bridle-kunst-ueberwachung-widerstand\/komplettansicht\">ZEIT<\/a> &nbsp;und im <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/der-britische-kuenstler-james-bridle-die-datenglaeubigkeit-ist-fast-religioes\/12150516.html\">Tagesspiegel<\/a> Interviews gab, bekundet hier, die Funktionsweise technischer und institutioneller Strukturen zeigen zu wollen, um \u00fcber sie reden und sie kritisieren zu k\u00f6nnen. Er berichtet detailliert \u00fcber Transitr\u00e4ume f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge und \u00fcber Gerichtsr\u00e4ume, die ausschlie\u00dflich Migranten vorbehalten sind, f\u00fcr die sich der Geheimdienst interessiert. Diese unbekannten, unsichtbaren, unzug\u00e4nglichen Orte hat Bridle anhand von Baupl\u00e4nen und Augenzeugenberichten digital und dreidimensional mit &#8222;Seamless Transitions&#8220; modelliert \u2013 an die Wand der Galerie wurde eine Computeranimation projiziert, die die hierin gelagerte politische Brisanz nicht ersichtlich machen konnte. In den Interviews berichtet Bridle von der Installation &#8222;Waterboarded Documents&#8220;, die die semantische Pointe zur Ansicht bringt, dass Dokumente durch einen Wasserschaden unleserlich sind, mit denen die britische Regierung Auskunft \u00fcber den US-amerikanischen Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt inkl. CIA-Aktivit\u00e4ten auf der britischen Insel <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Diego_Garcia\">Diego Garcia<\/a> im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chagos-Archipel\">Chagos-Archipel<\/a> h\u00e4tte geben k\u00f6nnen, aber eben nicht kann \u2013 in aufw\u00e4ndig produzierten Vitrinen lagen&nbsp;eine Kartografie und Prints, deren Farbe zu abstrakten Aquarellen verliefen. Auch hier wurde das Potential, insbesondere die Parallele zur Foltermethode des&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Waterboarding\">Waterboarding<\/a> nicht sichtbar. Auf den im Interview angek\u00fcndigten Zugang zu der Insel \u00fcber eine Internetdomain mit der l\u00e4nderspezifischen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liste_l\u00e4nderspezifischer_Top-Level-Domains\">TLD<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/.io\">.io<\/a>&nbsp;(f\u00fcr <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Britisches_Territorium_im_Indischen_Ozean\">britisches Territorium im indischen Ozean<\/a>) \u2013 \u00fcbrigens immer nur \u00fcber britische Leitungen anw\u00e4hlbar \u2013 wurde im Ausstellungsraum ganz verzichtet. Die st\u00e4rkste (farbliche, materiale und quantitative) Pr\u00e4zenz hatten f\u00fcnf gro\u00dfformative Digitalprints in Spektralfarben, umgeben von einem schwarzen Rand, mit denen Bridle verschiedene Textquellen, z. B. die Zensurbalken des 600-seitigen Bericht des US-Senats zu Folteraktivit\u00e4ten in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Guantanamo_Bay_Naval_Base\">Guantanamo<\/a> poppig visualisiert. Benannt als &#8222;Frauenhofer Lines&#8220;, in Anlehnung an die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fraunhoferlinie\">Fraunhofer&#8217;schen Linien<\/a>&nbsp;im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lichtspektrum\">Sonnenspektrum<\/a>, die 1814 durch den Physiker <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Joseph_von_Fraunhofer\">Joseph von Fraunhofer<\/a> entdeckt wurden.<\/p>\n<p>Bridle ist als Programmierer an Unsichtbarkeiten und Verschl\u00fcsselungen interessiert und findet hierf\u00fcr in seinen Interviews eindrucksvolle Beispiele und Erl\u00e4uterungen \u2013 die Galerie, die die zweidimensionalen Visualisierungen der Hacks aus eigenem Budget und in Kooperation mit Bridle produzieren lie\u00df, folgte in der \u00c4sthetisierung genau diesen Strategien und verschl\u00fcsselte erneut: Textauslassungen wurden mit Spektralfarben metaphorisch verdichtet, dabei aber ihres Sinns und ihrer Bedeutung entleert. Schnittmengen mit Aktivisten, Hackern oder Anw\u00e4lten wurden&nbsp;ausgeblendet und die&nbsp;operative Dimension der Arbeiten in der Pr\u00e4sentation war nicht anwesend \u2013 selten legte eine Ausstellung qua definitionem so offensiv ihren Eingriff durch das Verfahren der Entkontextualisierung offen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/artlabor.eyes2k.net\/wp-content\/uploads\/2015_Bridle1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2024\" src=\"http:\/\/artlabor.eyes2k.net\/wp-content\/uploads\/2015_Bridle1.jpg\" alt=\"2015_Bridle1\" width=\"600\" height=\"337\"\/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/artlabor.eyes2k.net\/wp-content\/uploads\/2015_Bridle2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2025\" src=\"http:\/\/artlabor.eyes2k.net\/wp-content\/uploads\/2015_Bridle2.jpg\" alt=\"2015_Bridle2\" width=\"280\" height=\"400\"\/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/nomeproject.com\/exhibitions\/samizdata\">Teil 3<\/a>&nbsp;pr\u00e4sentierte <strong><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jacob_Appelbaum\">Jacob Appelbaum<\/a><\/strong>, Journalist, Hacker, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/WikiLeaks\">Wikileaks<\/a>&nbsp;Sympathisant, Mitentwickler des Webbrowsers <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tor_(Netzwerk)\">Tor<\/a>, US-B\u00fcrger, momentan im Exil in Berlin lebend. Appelbaum zeigte in der Ausstellung &#8222;Samizdata&#8220; (eine Referenz auf den russischen Begriff Samizdat f\u00fcr die heimliche Distribution zensierter Literatur in der&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sowjetunion\">Sowjetunion<\/a>) zum einen Relikte seiner im Rahmen der von <a href=\"http:\/\/rhizome.org\/\">rhizom.org<\/a> initiierten Serie <a href=\"http:\/\/sevenonseven.rhizome.org\">Seven on Seven<\/a> entstandenen (Spielzeug-)Pandas, die er zusammen mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ai_Weiwei\">Ai Weiwei<\/a> im April 2015 in Peking mit geschredderten Snowden-NSA-Dokumenten und einer Mikro-SD-Speicherkarte mit einem digitalen Backup der Dokumente <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2015\/06\/09\/opinion\/the-art-of-dissent.html?_r=0\">f\u00fcllte<\/a>.&nbsp;In diesem &#8218;artists-meets-technologists event&#8216; galt Appelbaum noch als K\u00fcnstler-Gegenpart, mit dem Titel der von Laura Poitras <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2015\/06\/09\/opinion\/the-art-of-dissent.html?_r=0\">filmisch dokumentierten Aktion<\/a> &#8222;The Art of Dissent&#8220; war Appelbaums Eintritt&nbsp;in das Kunstsystem sprachlich antizipiert. Neben einem der urspr\u00fcnglich 20 Pandab\u00e4ren (P2P, Panda to Panda) und einem Amulett mit geschredderten Geheimdienstdokumenten in einer Auflagenh\u00f6he von 100 St\u00fcck (Schuld, Scham und Angst, eur 50,-) waren sechs gelb-rotstichige <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ilfochrome\">Cibachrome<\/a> Prints zu sehen, in der Gr\u00f6\u00dfe 76,2 x 101,6 cm als Hoch- und Querformat. Diese Prints zeigen barockale Portr\u00e4ts der j\u00fcngsten Whistleblowergeneration im weitesten Sinne, von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Laura_Poitras\">Laura Poitras<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Glenn_Greenwald\">Glenn Greenwald<\/a>\/David Miranda, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Julian_Assange\">Julian Assange<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sarah_Harrison\">Sarah Harrison<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/William_Binney\">William Binney<\/a> und hier auch von Ai Weiwei, jeweils in Situationen, Haltungen und R\u00e4umen, die als &#8222;privat&#8220; gekennzeichnet werden: ein gesegneter Assange, eine tr\u00e4umende Harrison, eine relaxte Poitras, ein kuschelnder Greenwald\u2026 Appelbaum nutzte f\u00fcr den Herstellungsprozess der Fotos einen farbigen Infrarot-Film, der vorzugsweise bei Luft- und Agrar\u00fcberwachungen oder f\u00fcr das Sichtbarmachen getarnter Milit\u00e4rbjekte im Einsatz ist. Die Cibachromes sollen sich, <a href=\"http:\/\/we-make-money-not-art.com\/archives\/2015\/09\/samizdata-evidence-of-conspira.php\">so Appelbaum<\/a>, programmatisch einer digitalen \u00dcberwachung entziehen, allerdings f\u00fchrt die Zirkulation seiner Portr\u00e4ts <a href=\"http:\/\/nomeproject.com\/exhibitions\/samizdata\">im Netz<\/a> als digitale Daten diese Widerst\u00e4ndigkeits-\u00dcberlegung ad absurdum. Die Ausstellung selbst funktionierte wie ein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Peer-to-Peer\">Peer-to-Peer<\/a>&#8211; oder auch ein intertextuelles <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Friend-to-friend\">Friend-to-Friend-System<\/a>, das sich gegenseitig referenziert, herstellt und st\u00fctzt: Appelbaum Ai WeiWei, Ai WeiWei Appelbaum, Appelbaum Assage, Greenwald Appelbaum, Nome Appelbaum, Appelbaum Nome, das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Goldenes_Zeitalter_(Niederlande)\">Goldene Zeitalter der Niederlande<\/a> die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Whistleblower\">Whistleblower<\/a>, die Whistleblower das Kunstsystem\u2026 Kontextualisiert wurde die Ausstellung durch die Konferenz &#8222;<a href=\"http:\/\/www.disruptionlab.org\/samizdata\/\">Tactics and Strategies for Resistance<\/a>&#8220; des <a href=\"http:\/\/www.disruptionlab.org\/\">Disruption Network Lab<\/a>&nbsp;am 11. und 12. September 2015 im Kunstquartier <a href=\"http:\/\/www.bethanien.de\/\">Bethanien<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/artlabor.eyes2k.net\/wp-content\/uploads\/2015_Appelbaum1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2026\" src=\"http:\/\/artlabor.eyes2k.net\/wp-content\/uploads\/2015_Appelbaum1.jpg\" alt=\"2015_Appelbaum1\" width=\"600\" height=\"337\"\/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/artlabor.eyes2k.net\/wp-content\/uploads\/2015_Appelbaum2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2027\" src=\"http:\/\/artlabor.eyes2k.net\/wp-content\/uploads\/2015_Appelbaum2.jpg\" alt=\"2015_Appelbaum2\" width=\"600\" height=\"337\"\/><\/a><\/p>\n<p>W\u00e4hrend <a href=\"http:\/\/www.paolocirio.net\/bio\/#exhibitions\">Cirio<\/a> und <a href=\"http:\/\/shorttermmemoryloss.com\/portfolio\/project\/exhibitions\/\">Bridle<\/a> mit dem Kunstkontext und den Gesetzen des White Cube seit Jahren vertraut sind, ist Appelbaum Neueinsteiger&nbsp;\u2013 wiederum mit dem Vorteil, an diesen Beispielen die Maschinerie des White Cube beobachten zu k\u00f6nnen:<\/p>\n<ul>\n<li>Fu\u00dfleisten, Lichtstrahler, Steckdosen und Lichtschalter k\u00f6nnen im White Cube (doch) sichtbar gehalten werden.<\/li>\n<li>Der Kunstbetrieb ist (wieder) der 2-Dimensionalit\u00e4t verbunden: Komplexit\u00e4t, Vernetzung, Mehrdimensionalit\u00e4t und Mehrmedialit\u00e4t wird in einer 2-Dimensionalit\u00e4t komprimiert.<\/li>\n<li>Der White Cube entpolitisiert und reduziert auf Oberfl\u00e4chenpr\u00e4senz.<\/li>\n<li>Der Kanon und das herrschende Narrativ der Kunst ist (wieder oder immer noch) die Repr\u00e4sentation.<\/li>\n<li>Das Kunstsystem scheitert an der Mehrdimensionalit\u00e4t von Hackingprozessen.<\/li>\n<li>Das Kunstsystem will an der Popularit\u00e4t der Hacktivisten partizipieren und leiht sich deren politisches Potential.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Was aber leihen sich Hacker wie Bridle und Appelbaum? Warum gehen sie in den &#8222;Raum&#8220; der Kunst? Geht es um Bedeutungsanreicherung, um Seri\u00f6sit\u00e4t, um Nobilitierung, um W\u00fcnsche, um Sicherungsma\u00dfnahmen, um Desorientierungen und Desinformationen, um \u00dcberlebensstrategien, um spezifische Sozialisierungs- und\/oder Subjektivierungsformen, um Rezeptionsstreuungen oder um Rezeptionsminimierungen, um spezifische Zusammenh\u00e4nge von Funktionssystemen etwa zwischen Kunst und Politik\u2026?<\/p>\n<p>Ein <a href=\"http:\/\/www.art-magazin.de\/kunst\/84407\/jacob_appelbaum_interview\">Interview<\/a> mit Appelbaum gibt hierzu keine befriedigenden Antworten, die Kuratorin dieser&nbsp;Show <a href=\"http:\/\/www.disruptionlab.org\/\">Tatiana Bazzichelli<\/a> und <a href=\"http:\/\/shorttermmemoryloss.com\/\">James Bridle<\/a> wurden&nbsp;direkt gefragt&#8230;<\/p>\n<p>Birte Kleine-Benne<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/2ac5a38b78624242bb94fcca1559b943\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Sommer zeigte die in Berlin neugegr\u00fcndete Galerie NOME, angesiedelt &#8222;zwischen Kunst, Politik und Technologie&#8220;, mit ihren ersten Ausstellungen die Arbeit von drei Hacktivisten: Paolo Cirio, in New York und Turin lebend und arbeitend, wurde bekannt u. a. mit seiner Softwareentwicklung f\u00fcr das Kunstprojekt Amazon Noir (2006), mittels derer er gemeinsam mit dem K\u00fcnstlerduo &hellip; <a href=\"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/?p=2017\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Hacktivisten im Apparat der Kunst<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,3],"tags":[121,220,219,218,217],"class_list":["post-2017","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-artallgemein","category-artist","tag-ai-weiwei","tag-appelbaum","tag-bridle","tag-cirio","tag-nome"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2017","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2017"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2017\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3611,"href":"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2017\/revisions\/3611"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2017"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2017"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/artlabor.eyes2k.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2017"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}