picidae.net, II

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Eine – nein zwei Eingebungen führten Wachter und Jud zu ihrem hoch achtenswerten Kunstgriff picidae.net, blinde Flecke aufblitzen zu lassen und in der Folge auffüllen zu können – und dabei ganz nebenbei zu der Lösung eines konkreten und scheinbar unüberwindbaren Problems:

1. Take ya picture!
Ein mit Digicam ausgestattetes Konsumpublikum steht gegenwärtig ganz im Dienste dieses Slogans; das Bild ist aber auch Gegenstand und Reflexionsmedium der sich neu organisierenden Bildwissenschaft und Visual Culture. picidae.net aktiviert eine strukturelle Machtdimension des Bildes, wie es ihm kaum noch zuzuerkennen war.

2. Draw a distinction!
Diese Anweisung, mit dem der Mathematiker George Spencer Brown die Notation seines 1969 entwickelten Formbegriffs startete, wird bei Wachter und Jud auf eine statische Lösung – auf ein Bild – eingefroren. Die Differenz zeigt die Differenz:
Statt eines freien, gleichen, globalen, homogenen Internets zeigen sich regionale, nationale, geografische, institutionelle Unterschiede. Auslassungen offenbaren konkret zuordbares (realpoltisches) Begehren, was (visuell und damit wahrnehmungs- und handlungsrelevant) unsichtbar (gemacht) wird. Mit Picidae tritt in aller Konsequenz die Unterscheidung in das Unterschiedene wieder ein (Spencer Brown spricht von ‚Re-entry‘).

Nach den ermüdenden Scheingefechten der letzten Jahre um die Malerei, ob sie oder ob sie nicht oder ob sie wieder, endlich ein Bildangebot aktueller Relevanz!

Netzzensur, aufgepasst!

Nachdem wir uns bereits an dem Projekt Zone*Interdite der Künstler Christoph Wachter und Mathias Jud erfreuen konnten, überraschen die beiden Schweizer nun mit einem neuen Projekt:
Picidae – benannt nach dem Specht, der in Mauern, hier in die Firewall netzzensierender Länder Schlupflöcher schlägt.

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Das Kunstprojekt unterwandert federleicht die Netzzensur Chinas, Koreas, Kubas, Vietnams, Nordrhein-Westfalens oder arabischer Länder wie Iran, Saudi Arabien oder Syrien, und zwar mit Bildern von hier und dort verbotenen Netzseiten zum Beispiel von Wikipedia oder der BBC.
Denn statt auf html-seiten surft der User auf Abbildern von Seiten, die der Pici-Server erstellt. Bilder, die nun nicht mehr nach unerwünschten Schlüsselwörtern auffindbar, dadurch zu indizieren und zu blockieren sind.

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Im Frühjahr 2007 reisten Wachter und Jud zu einem Selbstversuch nach Beijing und Shanghai, um in chinesischen Internetcafés dort gesperrte Seiten zu Themen wie den Menschenrechten, dem Tibet oder dem Tian’anmen-Massaker im Juni 1989 auf dem Platz des himmlischen Friedens in Peking aufzurufen. Picidae erwies sich als funktionsfähig und zuverlässig.

Die Software selbst steht unter GNU General Public Licence und steht damit in der Developer Section zur Weiterentwicklung frei.
Jede/r ist in der Lage, den Quelltext frei zu downloaden und selbst als Pici-vider einen Pici-Server zu betreiben. Picidae erprobt hierüber ein dezentrales Serversystem, um Zensur und Eingriff zu vermeiden, das sich in naher Zeit geografisch global entwickeln soll. Als Alternative können Web-Account-Besitzer auch einen Pici-Proxy Server betreiben, der wiederum auf einen Pici-Server verweist.

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Ermöglichte Zone*Interdite 3D-Netzspaziergänge beispielsweise durch das Gefängnislager Guantanamo, indem das Projekt mit Mashups von Satelllitenaufnahmen und Maps von Yahoo und Google, Blogs und Websites, mit Verlinkungen zu Wikipedia und Suchmaschinen einblicke in uneinsichtige Militärgebiete dieser Welt erlaubt, ermöglicht die Sichtbarmachung der Auslassungen durch Picidae eine neue Sicht in und auf das World Wide Web, auf dessen Inhalte, Mechanismen, Machtverstrickungen, nationalen und regionalen Beschränkungen und Zugängen.
Denn auch in Deutschland, Frankreich und in der Schweiz, in Firmen und Institutionen werden Webseiten geblockt.

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Eine eindrucksvolle Antwort auf die Frage ‚What is doing the art of tomorrow?‘: Kunst als Instrument, im Vergleich die spezifischen Bedingungen der eigenen Vorstellungen (zum Beispiel des offenen und freien Internets) zu realisieren.

Picture Source: http://www.picidae.net

All Rights Reversed.

Freie Lizenzen in der Kunst; eingeordnet von Florian Cramer mit einem Vortrag im Hamburger Künstlerhaus Frise am 28.04.2007.

Unter dem link http://www.artwarez.org/?p=183 ist der Audio-Mitschnitt des Vortrags von Florian Cramer zu finden, in welchem Cramer zum „Kodifikationsdruck der Kunst“ ausführt.

Eingangs macht Cramer auf die historische Entwicklungslinie von freier Software zu Open Soure zu Open Content aufmerksam:
Die Entwicklung freier Software in Berkley und am MIT in den 70er und 80er Jahren, dann die Fortsetzung in den 90er Jahren, indem die Prinzipien der freien Lizensierungen auch auf andere Medien übertragen wurden.

Genau genommen sind die Lizensierungen jedoch keine Erfindungen der Computer- oder Internetkultur:
Bereits 1958 stellte die Situationistische Internationale ihre Texte unter eine – nach heutigem Sprachgebrauch – Free-Software-Definition und stellt damit den geistigen Bezugsrahmen her. Alle Texte dürften, so die Angabe im Impressum, frei reproduziert, frei übersetzt und frei adaptiert werden. Das SI-Copyleft geht sogar noch über die Anfang der 80er Jahre aufgestellte Free-Software-Defintion in 4 Freiheiten hinaus: Eine Quellenangabe sei nicht erforderlich.
So ist nicht verwunderlich, dass die ersten im www Anfang der neunziger Jahre publizierten Kunsttexte aus dem Repertoire der SI stammten.

Cramer benennt hierfuer zwei historische Inspirationsquellen:
Marcel Mauss‘ Kulturtheorie der Gabe von 1925 sowie das „1. Manifest einer Anticopyright-Aesthetik“ in Form eines Aphorismus von Comte de Lautréamont aus dem Jahr 1889: „Das Plagiat ist notwendig. Es ist im Fortschritt inbegriffen. Es geht dem Satz eines Autors zuleibe, bedient sich seiner Ausdrücke, streicht eine falsche Idee, ersetzt sie durch die richtige Idee.“
Das Détournement der Situationisten stelle somit ein Hybrid aus lautréamontschem Plagiat und brechtschem Verfremdungseffekt dar.

Wodurch nun aber ist die aktuelle Klimaveränderung zu erklären, die fortschreitende Lizensierungen in der Kunst provoziert?

Cramer stellt die These auf, dass der Einfluss der digitalen Medientechniken zur Kodifikation der Verrechtlichung auch in der Kunst führt. Künstler, die mit appropriativen Strategien arbeiten, würden zunehmend kriminalisiert. Niemand interessierte sich seinerzeit für Kurt Schwitters Markenrechtsverletzungen durch die Collagierung des Commerzbank-Logos oder für Warhols Adaptionen von Brillo, Campbell oder Coca-Cola.
Die Arbeiten im geschützten Raum des White Cube, im sog. Narrenturm der Kunst, verfügten, so Cramers Annahme, nicht über die notwendige Relevanz, zu der sie nun im Zeitalter des Internets gelangt seien: Zwischen Netzkünstlern (wie 01.org, ubermorgen oder Cornelia Sollfrank) und marktwirtschaftlich orientierten Konzernen sei durch den Einsatz digitaler (statt analoger) Techniken Waffengleichheit hergestellt. Die Folgen seien eine gewachsene Copyright-Paranoia und der standardisierte Einsatz von Abmahnungen.

Um es vorweg zu nehmen: Einen Schutz der Kunstfreiheit, die zunehmend juristisch unterhöhlt würde, sei durch den Einsatz freier Lizenzen nicht möglich. Sogar fragwürdig sei das auftreten etwa von Creative Commons, die mit Slogans wie „share, reuse, and remix – legally“ diese Irritation eher schüren als das Missverständnis auszuräumen. Vielmehr sei die Bewegung der freien Lizenzen aktuell, so Cramer, an einem kritischen Punkt angekommen.

Der Literaturwissenschaftler führt dezidiert zu Lizenzen und Lizensierungen aus:
Währenddessen das Urheberrecht pauschale Freiheiten wie die Zitier-, Verleih-, Wiederverkaufs- und Kopierfreiheit gewährt und alles weitere unter den Vorbehalt des Urhebers stellt (= all rights reserved), geben beispielsweise die GNU-Lizenzen oder die Creative-Commons-Lizenzen als Formen der freien Lizenzen eine Paschaulerlaubnis, ohne sich als Lizenznehmer beim Urheber rückversichern zu müssen.

Unter den freien Lizenzen ist zwischen Lizenzen in Nähe der Public Domain, dem Copyleft und den von Cramer als pseudofrei benannten Lizenzen zu unterscheiden:
– Die Public Domain (die wohl am ehesten mit der lizenz der Situationisten zu vergleichen ist) agiert aus einem Ethos der Freiheit, und zwar ohne jegliche Beschränkungen. Selbst eine freie Software kann als eine proprietäre Verwendung finden.
– Das Copyleft, auf dem zb die GNU-General Public License basiert, agiert nach dem rekursiven Prinzip mit nur einer Einschränkung für den Lizenznehmer, nämlich die Lizenzierung ebenfalls zu den Bedingungen der GPL. Somit pflanzt sich das Prinzip der einzig freien Verwendung viral fort.
– Die Creative-Commons-Lizenz, die für beliebige Werke (Multimedia, Text, Bild, Audio) verschiedene Lizenzversionen hinsichtlich einer kommerziellen/nicht kommerziellen Nutzung oder einer erlaubten/nicht erlaubten Veränderung anbietet, zieht Cramers Unmut auf sich. Nicht nur, weil CC Irritationen auslösen würde, vielmehr gibt es zwischen den einzelnen Lizenzversionen selbst Inkompatiblitäten, die auf eine fehlende Politik, ein fehlendes Ethos hinweisen würden.

Das Minenfeld sei zudem gewachsen: Markenrechte, Vertragsrechte, Patentrechte würden parallel und aufeinander geschichtet werden, um zumindest der Software-Industrie einen restriktiven Zugriff auf bestimmte Werke zu sichern. Während etwa die Software des Webbrowsers Mozilla Firefox als freie Software GPL-lizenziert ist, verfügt die Mozilla-Foundation als Entwickler über die Wortmarken Mozilla und Firefox und behält sich damit das Recht auf die Distribution der Software unter diesem Namen vor. Eine Nutzung würde somit als Markenrechtsverletzung deklariert werden können.

Abschließend trug Cramer seine Kritik an dem 2000 von Volker Grassmuck ausgeführten Konzept der Wissensallmende vor: In Nähe zu einer „Blut- und Boden-Rhetorik“ und als Rückkehr zu einem Kollektivromantizismus (ein Modell ohne individuelle Autorenschaft, ohne Eigentum und ohne Urheberrechte) würde aus der Ablehnung eines reaktionären Autoren- und Werkmodells ein „Ursuppenmodell“ propagiert werden, das für nicht konsensfähige Kunstprojekte keine Alternative darstellen kann. Denn gerade jene Formen, die wie Wikipedia nach einer freien Kollaborationslogik mit freien Lizenzen operieren, hätten oft einen Konsenszwang und Mainstreamcharakter. Und dies wäre durchaus kein Zufall.

‚Contergan-Film‘ – Hanseatisches Oberlandesgericht ändert Urteile des Landgerichts Hamburg weitgehend ab

Nachfolgend der Wortlaut der Pressemitteilung vom 10.04.2007 der Gerichtspressestelle des Hanseatischen Oberlandesgerichtes Hamburg:

Der Pressesenat (7. Zivilsenat) des hanseatischen Oberlandesgerichts hat als zweite Instanz heute in vier einstweiligen Verfügungsverfahren zum so genannten ‚Contergan-Film‘ Urteile verkündet und diese mündlich – wie folgt – kurz begründet.

Firma Grünenthal GmbH
Der Senat hat in den Verfahren der Firma Grünenthal GmbH gegen die Zeitsprung Film u. TV Produktion GmbH bzw. den WDR (Aktenzeichen 7 U 141/06 und 7 U 143/06) die einstweilige Verfügung des Landgerichts Hamburg mit Ausnahme weniger Filmpassagen aufgehoben. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass die einstweilige Verfügung zu einer Zeit erging, als der Film noch nicht vorlag und dass einige der Szenen, die ursprünglich im Drehbuch vorhanden waren und verboten wurden, nicht oder verändert in den Film übernommen worden sind. Insofern hat sich die Firma Grünenthal GmbH im Ergebnis in größerem Umfang durchgesetzt, als dies nunmehr den Anschein hat.

Der Senat hat bei seiner Abwägung insbesondere berücksichtigt, dass es sich bei dem Spielfilm um ein Kunstwerk handelt, welches nicht den Anspruch erhebt, in allen Details die damaligen Ereignisse dokumentarisch abzubilden. Das der Grünenthal GmbH zustehende Recht der Unternehmenspersönlichkeit ist zudem hier von relativ geringem Gewicht, da die dargestellten Ereignisse bereits rund 40 Jahre zurückliegen und kein Mitglied der Firmenleitung aus der damaligen Zeit noch für das Unternehmen tätig ist. Daher kommt ein Verbot nur dort in Betracht, wo das Unternehmen besonders schwerwiegend in seinem Unternehmenspersönlichkeitsrecht verletzt wird.
Der Film enthält in der jetzigen Fassung Szenen, in denen dem Unternehmen zu Unrecht im Zuge der damaligen Auseinandersetzung – insbesondere mit dem Anwalt der Geschädigten – infame und skrupellose Methoden unterstellt werden. Diese Darstellung ist geeignet, die Firma Grünenthal GmbH auch heute noch schwer in ihrem Ansehen zu schädigen. Dies muss sie nicht hinnehmen. Der Senat hat daher das Verbot hinsichtlich dieser Szenen aufrechterhalten.
Eine vergleichbare schwere Persönlichkeitsrechtsverletzung enthalten die übrigen angegriffenen Passagen des Films nicht.

Schulte-Hillen
In den Verfahren Schulte-Hillen gegen Zeitsprung bzw. WDR (Aktenzeichen 7 U 142/06 und 7 U 144/06) hat der Senat das Verbot des Landgerichts Hamburg insgesamt aufgehoben. Auch hier ist darauf hinzuweisen, dass das urspüngliche Drehbuch weitere Szenen mit unwahren Aussagen enthielt, die auf das landgerichtliche Verbot hin nicht in den Film übernommen worden sind. Insoweit hat auch Herr Schulte-Hillen mit seinem Anliegen im Ergebnis zum Teil obsiegt.

Der Senat geht davon aus, dass für einen gewissen Kreis Herr Schulte-Hillen als Urbild der Filmfigur Paul Wegener erkennbar ist, wobei aber bereits durch die andere Benennung der Filmfigur aber auch durch eine Vielzahl anderer Abweichungen deutlich wird, dass es sich bei Paul Wegener um eine eigenständige Figur und nicht um ein Abbild Schulte-Hillens handeln sollte. Insofern ist er vergleichbar mit einer Romanfigur.
Da der Zuschauer trotz der Nennung des Namens des Medikaments Contergan und seines Herstellers nicht erwartet, dass „noch dazu nach Ablauf von rund 40 Jahren“ die damaligen Gespräche und Handlungen gleichsam dokumentarisch wiedergegeben werden, führt nicht schon jede Abweichung von der damaligen Realität zu einem Unterlassungsanspruch. Unter Berücksichtigung der verfassungsmäßig garantierten Freiheit der Kunst kann vielmehr nur eine schwere Persönlichkeitsrechtsverletzung zu einem Verbot führen.
Eine solche schwere Verzerrung des Persönlichkeitsbildes des Antragstellers enthält der Film nach Ansicht des Senats nicht. Die beanstandeten Szenen werden ohnehin überwiegend vom Zuschauer nicht als realitätsgetreu wahrgenommen und enthalten zudem keine Aussagen, die Herrn Schulte-Hillen (über die Figur des Paul Wegener) schwer herabzusetzen vermögen.

Gegen diese Urteile können keine Rechtsmittel eingelegt werden.

Rückfragen:
Sabine Annette Westphalen
Tel.: 040/42843-2017
Fax: 040:42843-4183
eMail: Pressestelle[at]olg.justiz.hamburg.de

+ + + Ende der Pressemitteilung + + +

WEITERFÜHREND
Contergan : bei Wikipedia
Contergan : bei Google

Der 7. Senat gemäß Geschäftsverteilungsplan
Vorsitzende Richterin am OLG Dr. Raben
Richter am OLG Kleffel (Stellv. der Vorsitzenden)
Richterin am OLG Lemcke
Richter am OLG Meyer

92 Jahre vom Black Square zum Black Cube

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Gregor Schneiders Kunstgriff:
Cube Hamburg 2007, eine 13 x 13 x 13,5 Meter große schwarze Holzkiste, gestützt durch eine Metallkonstruktion, auf einem weissen Gips-Sockel. Es handelt sich um keine Hamburger Rekonstruktion der Kaaba in Mekka.

Die Holzkonstruktion ist mit einem schwarzen Tuch bedeckt, dessen Berührung Spuren hinterlässt.

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Die Kaaba in Mekka, das wichtigste Heiligtum des Islam, ist etwa 12 x 10 — 15 Meter gross, unverrückbar und gemauert. Sie befindet sich im Innenhof der großen Moschee in Mekka (Saudi-Arabien). Umhüllt ist die Kaaba von einem schwarzen Brokat, der Kiswah, die jährlich erneuert wird.

Der schwarze Kubus zwischen dem klassizistischen Bau der Kunsthalle mit den alten Meistern und dem Ungers-Bau mit der zeitgenössischen Kunst ist diagonal zwischen den Architekturen auf dem Sockel aus rotem Granit versetzt und nach der Kaaba in Mekka ausgerichtet. Der Würfel ist Architektur, Skulptur, Modell, Projektionsfläche …

Nachdem Schneiders Pläne für einen schwarzen Kubus (zunächst für den Markusplatz in Venedig 2005 und Anfang 2006 dann für den Platz vor dem Hamburger Bahnhof in Berlin) aus „politischen Gründen“ abgelehnt wurden, sind sie nun im Kontext der Malewitsch-Ausstellung in Hamburg realisiert worden.

Malewitsch ’schwarzes Quadrat‘ von 1915 – in Hamburg ist eine spätere Fassung von 1923 zu sehen – hängt in der östlichen Ecke in der Kunsthalle. Der russische Maler wollte seinerzeit „die Kunst vom Gewicht der Dinge befreien“.

Zeitgleich in der Kunstsammlung Düsseldorf K21 im Untergeschoss: ‚weisse folter‘, eine Rauminstallation von Gregor Schneider als Assoziation an das Hochsicherheitsgefaengnis Guantanamo-Bay. Bis zum 15. Juli 2007.

Gregor Schneider im Interview: „Der Bogen der Bezüge wird weit gespannt“ von Malewitsch über Christo bis hin zur Dönerbude um die Ecke, in der die Kaaba hängt, bis hin zu den Kirchen um die Museumsinsel herum.“

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Kontextuell eingebunden in die Ausstellung ‚das schwarze Quadrat. Hommage an Malewitsch‘, 23.3. bis 10.6.2007, Hamburger Kunsthalle, in die Museumarchitektur und in die Hamburger Innenstadt.
Neben Malewitsch und Schneider sind etwa 100 Werke u.a. von El Lissitzky, Alexander Rodtschenko, Carl Andre, Sol LeWitt, Sigmar Polke, Yves Klein oder Richard Serra im Spektrum von Malerei, Grafik, Architekturmodellen, Skulpturen, Videos und Installationen ausgestellt.

Bilderstrecke vom Aufbau

Urheberrecht: Schutz oder Hemmnis?

Podiumsdiskussion Kunst und Urheberrecht, 17.November 2006, Akademie der Künste Berlin.

Unter dem Link http://artwarez.org/static/audio/adk.mp3 ist nun der Audio-Mitschnitt der veranstaltung zu finden, auf der die Netzkünstlerin Cornelia Sollfrank, die kuratorin Alexandra Strueven (Kuratorin artMbassy), der Philosoph Eberhard Ortland (Research Fellow des IFK Wien und der Präsident der Akademie, Künstler und Jurist Klaus Staeck, moderiert durch den Rechtsanwalt Pascal Decker diskutierten.

Zunächst unternahm Alexandra Strueven einen Kurzexkurs in die Appropriation Art der achtziger Jahre, insbesondere in das künstlerische Schaffen mike bidlos und bezog eindeutig Stellung, schöpferische Prozesse nicht durch rechtliche Risiken zu lähmen. Hierfür zitierte sie Mauricio Catelan:
„Am Ende sind wir alle Teile desselben Verdauungssystems und jeder von uns konsumiert Bilder und Ideen so, wie es ihm gefällt und spuckt sie hinterher vollständig und transformiert wieder aus.“

Eberhard Ortland wies auf die Ergebnisse des sog. Autorenspiels hin, im Rahmen dessen 1. geistige Eigentumsansprüche an Werke begründet werden, 2. Kontexte hergestellt und 3. Kontexte abgegrenzt werden. Historisch betrachtet sei heute in der rechtlichen Praxis eine zunehmende Ausdehnung des Urheberschutzes zu beobachten, der Bereich des Möglichen habe sich verengt, das möglich Monopolisierbare durch den Urheber habe sich entsprechend geweitet.

Cornelia Sollfrank eröffnete mit der Beobachtung, dass das Thema Urheberrecht ein augenscheinlich sehr emotional Aufgeladenes sei und machte hierfür primär Glaubensfragen verantwortlich: Grundsätzlichkeiten des verwendeten Kunstbegriffes und der Definition von Werk und Autorenschaft. Das Urheberrecht schätze sie im Bereich der bildenden Kunst als eher kontraproduktiv ein, daher begibt sie sich (etwa mit ihrem Net.Art-Generator) auf die Suche nach künstlerischen Erfindungen, die sie mit ihrem kreativen Schaffen gegenüber der juristischen Regelung von Eigentumsverhältnissen in einen Vorsprung versetze. Schlicht aus dem Grunde, da Juristen diese mit ihren Werkzeugen nicht greifen könnten.

Klaus Staeck, Künstler, Jurist und Hausherr in Personalunion, berichtete von seinen Erfahrungen mit dem juristischen System: Von seinen 41 juristischen Verfahren mit Streitwerten um die 300.000,- DM, die er wenn auch erfolgreich hat durchstehen müssen, von seinen Argumentationsrekursen vor Gericht auf die in Deutschland im Vergleich zur Kunstfreiheit sehr weit ausgelegte Meinungsfreiheit, von der zu beobachtenden Unsensibilität deutscher Richter, für die lediglich ein van Gogh als Kunst gilt und von der CDU-Plakatkampagne, die Staeck als höchste Form künstlerischen Infiltrierens als seine Arbeit deklarierte.

Die anschließende Diskusssion mit Publikumsbeteiligung verdeutlichte die Heterogenität und Spannweite der aktuellen Perspektiven und Positionen:
Sollfrank sah den Schwerpunkt nicht in der Änderung des Urheberechts, sondern in systeminternen Kunstdiskussionen (Was will der Markt? Was lässt er zu? Was akzeptiert der Kunstbetrieb? etc.), da letztlich auch die Gerichte wiederum auf Gutachten von Experten zurückgreifen. Ausserdem sei Rechtssicherheit eine lokale Frage, Urheberrecht würde in Asien etwas komplett Anderes bedeuten als in Europa oder Amerika. Staeck plädierte dafür, die Frage danach, ob etwas Kunst sei, offen zu halten, alles Andere wäre „Museum“. Ortland machte darauf aufmerksam, dass gesellschaftliche, unter Marktteilnehmern stattfindende Kommunikationsprozesse und eben nicht wissenschaftliche Definitionen oder künstlerische Manifeste definieren würden, was Kunst sei und was nicht. Vereinzelte Stimmen aus dem Publikum wiesen zu Recht darauf hin, dass die aktuelle Urheberechtsdiskussion an der Realität vorbeiliefe und insbsondere die digitalen und technischen Möglichkeiten übersehen werden würden.

Offizieller Ankündigungstext:
http://kunst-blog.com/show.php?exhibit=183
Besprechung auf Artnet:
http://www.artnet.de/magazine/news/huttenlauch/huttenlauch11-22-06.asp

Anklage gegen Kurtz wird fortgesetzt

Wie eine am 13. März 2007 veröffentlichte Presseerklärung mitteilt, kündigte der Staatsanwalt Terry Flynn in einem TV-Interview die Fortsetzung der Anklage gegen Kurtz an. Die in Kurtz‘ Arbeiten verwendeten, angeblich harmlosen Bakterien seien gefährlich, zudem für die Öffentlichkeit nicht verfügbar, ausserdem habe Kurtz die Untersuchungen irregeleitet.

Steven Kurtz, Kunstprofessor an der New York State University in Buffalo und Mitglied des Critical Art Ensemble arbeitet an den Schnittstellen Biotechnologie, Informationstechnologie und Medientheorie. Im Juni 2004 wurde Kurtz in der Folge von FBI-Ermittlungen beschuldigt, dass seine künstlerische Arbeit bioterroristische Ziele verfolge und nach Abschnitt 175 des „US Biological Weapons Anti-Terrorism Act“ von 1989, durch den „USA PATRIOT Act“ von 2001 erweitert, eine Straftat darstellen würde. In seiner Wohnung wurden zuvor am 11. Mai 2004 Laborinstrumente zur DNA-Analyse von Nahrungsmitteln entdeckt, die das FBI als illegale bioterroristische Waffen neben Kurtz‘ Computer, Manuskripten und Aufzeichnungen beschlagnahmte.

Weitere Informationen: http://www.caedefensefund.org
Zur aktuellen Situation: http://groups.yahoo.com/group/cae_defense/

Netz-Spaziergänge durch verbotene Zonen

Sie befinden sich an den Rändern der Gesellschaft, „an den leeren Stränden, die sie umgeben“…
1966/1967 bezeichnet Michel Foucault jene Orte, an denen die Realität ausgeblendet oder überblendet wird, als Heterotopien. Jugend-, Alten- und Erholungsheime, psychiatrische Kliniken, Gefängnisse, Kasernen, Friedhöfe, Kinos und Theater, Gärten, Museen, Bibliotheken, Bordelle, Kolonien….
Orte, an denen von der herrschenden Norm abweichendes Verhalten ritualisiert wird und die Realität schlussendlich selbst als Illusion erscheint.

Fuer das Netzkunstprojekt „Zone*Interdite – Take a walk on a Black Site“ tragen die beiden Schweizer Christoph Wachter und Mathias Jud seit 2000 alle öffentlich zugänglichen und verfügbaren Informationen und Bildmaterialien von militärischen Sperrzonen zusammen.

Mashups von Satellitenaufnahmen und Maps von Yahoo und Google, Blogs und Websites, Verlinkungen mit Wikipedia, Suchmaschinen und Texten im Netz gewähren Einblicke in die uneinsichtige Militär-Heterotopien dieser Welt wie z.B. in das Gefängnislager Guantanamo oder in das CIA-Gefaengnis in Bagram (Afghanistan).

Die Homepage der Online-Plattform zeigt die Welt als Karte mit hunderten stecknadelgroßen, giftgrünen Pünktchen, die einzeln angesteuert werden können:
Angehäuft in Nordamerika, Europa und Ostasien, geringer in Südamerika und Afrika, Australien scheint zonenlos.

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Jede verbotene Zone (die Initiatoren schätzen aktuell 1200 Zonen weltweit, tendenz steigend) ist über eine eigene URL ansteuerbar. VR-Simulationen, die Wachter und Jud nach den verfügbaren Informationen über die Lager, deren Abmessungen und die Ausstattungen der Zellen nachgebaut haben, bieten dem Betrachter 3D-Rundgänge z.B. durch das virtuelle Camp Delta, Guantanamo Bay.

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Eine Datenbank sortiert nach Ländern, Forces und Personen, so dass selbst die Odyssee von Murat Kurnaz zwischen 2001 bis 2006 nachzuverfolgen ist.
Über Eingabefelder wird das Work-in-Progress den Usern geöffnet und um Teilnahme an der Dokumentation der restricted Areas gebeten.

Picture Source: Screenshots Zone*Interdite

John Cage glaubt …

„Ich glaube, die moderne Kunst hat das Leben zur Kunst gemacht, und jetzt finde ich es an der Zeit, dass man das Leben (mit Leben meine ich hier Dinge wie öffentliche Verwaltung, gesellschaftliche Regeln und Ähnliches), die Umwelt und überhaupt alles in Kunst verwandelt, anders gesagt, sich ihrer annimmt und aus einem bloßen Durcheinander etwas schafft, das unsere Existenz erleichtert, anstatt uns alle unglücklich zu machen.“ [Richard Kostelanetz, John Cage im Gespräch, Köln: DuMont, 1991, S. 163] kunstundboden.de

Wehe, wer die Hymne wässert !

Italienischer Staatsanwalt beschlagnahmt gleich 2mal das selbe Kunstwerk

GRUNDSÄTZLICHES
Auch die italienische Verfassung [hier in deutscher Übersetzung]
gewährleistet die Kunstfreiheit durch …
Artikel 33: Kunst und Wissenschaft sind frei und können frei gelehrt werden.
Gleichermaßen verbindet die Verfassung durch …
Artikel 2: Die Republik anerkennt und gewährleistet die unverletzlichen Rechte des Menschen sowohl als Einzelperson, als auch innerhalb der gesellschaftlichen Gruppen, in denen sich seine Persönlichkeit entfaltet.
… auch mit den Menschenrechten und damit mit den darin erweiterten Garantien für die Kunst.

FALLSTUDIE
Aber der Reihe nach. Das italienische Künstlerduo goldiechiari, bestehend aus Sara Goldschmied [1975] und Eleonora Chiari [1971] wurde im Rahmen der Gruppenausstellung Group Therapy vom Bozener Museion und seiner Kuratorin Letizia Ragaglia zur Präsentation ihrer Arbeit ‚Confine immaginato‘ eingeladen. Bestandteil der Installation ist ein Zusammenschnitt unterschiedlicher Audiospuren, was zunächst einmal noch nichts Besonderes ist.
Hier aber handelt es sich nach Auskunft der Künstlerinnen um Spülgeräusche von etwa 16 unterschiedlichen Toiletten sowie um die Klänge, die Autorennsport-Fans spätestens seit Michael Schumachers zahlreichen Siegen für das italienische Ferrari-Team vertraut sind. Die Melodie des Inno di Mameli, auch Fratelli d’Italia [zu deutsch: Brüder Italiens] genannten Liedes, welches 1847 der Feder des damals 20-jährigen Freiheitskämpfers Goffredo Mameli entsprang, wenig später von Michele Novaro vertont wurde und fortan als Kampflied der Freiheitskämpfer gegen das österreichische Kaisertum diente, wurde von den Künstlerinnen elektronisch erzeugt den Wassergeräuschen beigemischt.

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Nicht leicht zu identifizieren, so Direktor Dr. Andreas Hapkemeyer, aber Allesandro Urzi, Journalist, Politiker der AN [allianza nationale] und Mitglied des Südtiroler Landtages fiel es nicht nur auf, er sah die Hymne verunglimpft.
Die nachfolgende Anzeige löste eine Besichtigung des Staatsanwaltes [Name nicht bekannt] aus und so standen umgehend Beamte [Namen nicht bekannt] mit einem Dekret vor der Tür des Bozener Museion und ließen sich eine DVD mit dem 1:30min langen Audio-File aushändigen.
Sowohl das ausstellende Museion als auch die Künstlerinnen wurden der Schmähung bezichtigt.
Nur der Richter [Name nicht bekannt] sah es anders und begründete dies u.a. damit, dass es nicht Absicht der Künstlerinnen gewesen sei, die Hymne zu verunglimpfen. Also wurde die DVD wieder ausgehändigt und in die Gruppenausstellung zurückgeführt. Eine Woche nach diesem Urteil standen erneut Beamte [Namen nicht bekannt] mit einem Dekret vor der Tür des Museion und beschlagnahmten wiederum die DVD. Diesmal stand nicht mehr die Hymne, sondern das italienische Volk im Zentrum des Schmähungsvorwurfes, angeklagt jetzt nur die Künstlerinnen, nicht mehr das Bozener Museion.

FRAGEN
Eine interessante Konstellation, die zu vielen Fragen anregt:
1. Inwiefern stehen die Menschenrechte und die Verfassung in einer hierarchischen Position zu nachgeordneten Gesetzen?
2. Inwieweit sind Richter und Staatsanwälte geeignet und legitimiert, Beurteilungen von Kunstwerken vorzunehmen?
3. Inwieweit sind Handlungen Staatsbediensteter auch an die Wahrung von Verfassungs- und Menschenrechten gebunden?
4. Wie weit sind staatliche Entscheidungsstellen ausgebildet in Fragen der Beurteilung komplexer Zusammenhänge? [siehe hierzu auch Emission Online Dissent Clearing – EODC]
5. Inwieweit dürfen sich staatliche Stellen in künstlerische Rechte einschränkende Handlungen verweben?
6. Ist es möglich, dass künstlerische Arbeiten problematische Gesetzeskonstruktionen offenbaren?
7. Inwieweit muss künstlerische Praxis als Grenzanalyse ungebunden und frei sein?

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Kann es tatsächlich um die geäusserten Vorwürfe von Alessandro Urzi oder dem Staatsanwalt gehen und was eigentlich sind Schmähungen oder Verunglimpfungen? Plakativ formuliert, könnte man sagen: Wenn man etwas in den Dreck zieht. Wird die Hymne in den Dreck gezogen? Wird das italienische Volk mittels der Hymne in den Dreck gezogen?
Nun, rund um den Globus ist wohl bekannt, worin die Funktion eines Badezimmers und im besonderen die der Wasserspülung einer Toilette besteht. Auch wenn man sicher im Zshg. des Werkes von Goldiechiari nicht unnötig die ‚Toilette‘ in den Vordergrund denken muss, so dienen die Wasserspülvorgänge, dessen Geräusche hier u.a. Gegenstand der Wahrnehmung werden, im Zusammenhang menschlicher Ausscheidungsvorgänge der abschließenden Reinigung; hier gleich in 16-facher Ausführung. Zeigt sich also an der Beurteilung durch den Rezipienten eher dessen eigene Gedanken-welt?
Immerhin sei für diesen Fall entlastend für den Rezipienten ins Feld geführt, dass im Rahmen der Installation von Goldiechiari dieser selbst den Reinigungsvorgang erst in Gang setzt.

DATEN, FAKTEN
Künstlerinnen: Goldiechiari http://www.goldiechiari.com
Titel der Arbeit: Confine immaginato [zu deutsch: Imaginäre Grenze, in english: Imagined border]
Ausstellung: Group Therapy vom 15.09.2006 – 07.01.2007
Ausstellungsort: Museion in Bozen http://www.museion.it
Museumsdirektor: Andreas Hapkemeyer
Kuratorin: Letizia Ragaglia
Inno di Mameli: http://de.wikipedia.org/wiki/Inno_di_Mameli
Anzeige durch: Allesandro Urzi [Journalist, Politiker]
1. Beschlagnahmung: 19.10.2006 [nach Künstlerangaben]
1. Gerichtsbeschluss: 06.11.2006 [nach Künstlerangaben]
2. Beschlagnahmung: 16.11.2006 [nach Künstlerangaben]

Human Rights – Artikel 27

Artikel 27
1. Jeder hat das Recht, am kulturellen Leben der Gemeinschaft frei teilzunehmen, sich an den Künsten zu erfreuen und am wissenschaftlichen Fortschritt und dessen Errungenschaften teilzuhaben.
2. Jeder hat das Recht auf Schutz der geistigen und materiellen Interessen, die ihm als Urheber von Werken der Wissenschaft, Literatur oder Kunst erwachsen.

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
Vereinte Nationen, Generalversammlung 10. Dezember 1948 Resolution 217 A (III)

Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Tag der Deutschen Einheit 2006

… Ich habe die Erfahrung gemacht, dass manche beim Recht, frei ihre Meinung zu sagen oder zu schreiben, eine unnötige Schere im Kopf haben, dass gleichsam die weisse Fahne gehisst wird, bevor auch nur irgendetwas zu passieren droht. Wie anders ist denn die entscheidung um die Absetzung der Mozart-Oper in Berlin zu werten? Über Geschmack lässt sich trefflich streiten. Es gibt in Deutschland auch kein Verbot, sich verletzt zu fühlen. Man muss auch nicht in eine Oper gehen. Aber über die Freiheit der Kunst, über die Freiheit der Rede, der Presse, der Meinung, der Religion lässt sich nicht streiten. Hier kann und darf es keine Kompromisse geben.


Zur Rede der Bundeskanzlerin

Zur Kommunikation zeitgenössischer Kunst | For communication of Contemporary Art