Archiv der Kategorie: (a)(r)(t)IST

Der Neue Realismus?

Während vor etwa 100 Jahren im Rahmen sogenannter Völkerschauen auf Europas und Nordamerikas Jahrmärkten, Volksfesten, Varietees oder Gewerbe- und Kolonialausstellungen sog. „Lippenneger“, „Kanaken der Südsee“ (Münchner Oktoberfest, 1931) oder „Eingeborene“ im Düsseldorfer Zoo (1937) gezeigt wurden, nimmt nun in Hamburg, “dem Ort der Gründung des Tierpark Hagenbeck durch den Völkerschauausrichter Carl Hagenbeck (1907)“ die Wiener Künstlergruppe God’s Entertainment die Technik des Zurschaustellens auf und präsentiert im Rahmen des Live Art Festivals Zoo 300 auf Kampnagel „sechs bis neun Randgruppen-Menschenarten“ (O-Ton):

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Freispruch für die Kunst

Milo Raus dreitägiges Theaterprojekt vom 1. bis 3. Maerz 2013 im Moskauer Sacharow-ZentrumDie Moskauer Prozesse„, in denen der Schweizer Regisseur drei spektakuläre Gerichtsprozesse der letzten 10 Jahre, nämlich das Verfahren gegen die Kuratoren von „Vorsicht Religion“ 2005 und „Verbotene Kunst“ 2007 im Sacharow-Zentrum sowie das gegen Pussy Riot 2012 durch Künstler, Anwälte, Aktivisten und Kunstkritiker nachspielen ließ, wurde umfangreich im deutschsprachigen Feuilleton besprochen:

Julia Smimova weist in der WELT darauf hin, dass hier endlich, anders als bei den echten Prozessen wirklich verhandelt wurde. Per Video wurde beispielsweise der Kurator Andrej Jerofejew zugeschaltet, der 2006 im Sacharow-Zentrum mit Exponaten, die etwa aus Ausstellungen der staatlichen Tretjakow-Galerie entfernt wurden, die Schau „Verbotene Kunst“ kuratierte. Jerofejew wurde seinerzeit gemeinsam mit dem Direktor des Sacharow-Zentrums Juri Samodurow zu einer Geldstrafe verurteilt. Währenddessen in den russischen Gerichten, so Smimova, eine eigene Theatralitaet inklusiver absurder Dialoge und grotesker Stand-Ups stattfänden, konnten im Sacharow-Zentrum inhaltliche Debatten über politische Kunst und politisch ambitionierte Künstler geführt werden. Beteiligt waren auch Gegner der künstlerischen Aktivitäten, sowohl als Beteiligte der Prozesse als auch als externe Interventionen, die die Prozesse immer wieder zu stören versuchten. Das Urteil fiel im Übrigen unter den nach Zufallsprinzip ausgewÄhlten sieben Schöffen unentschieden aus (einer enthielt sich der Stimme), das Gericht hätte allerdings einen Freispruch für die Kunst gesprochen.
http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article114129105/Frei-gesprochen.html

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Lulu still-gestellt

Die angekündigte Kontextverschiebung Alban Bergs Oper „Lulu“ in Raum, Zeit und Musik des Südstaaten-New-Orleans der 50er Jahre und ins New York der 70er Jahre erscheint zunächst als ein interessantes Gedankenexperiment. Was mag passieren, wenn Lulu, die junge Protagonistin in Bergs unvollendeter Oper von 1937 (nach literarischer Vorlage von zwei Tragödien von Frank Wedekind 1895 bzw. 1902) und ihr sozialer Auf- und Abstieg in ein gesellschaftliches Setting von Rassismus und Black Power Movement eingepasst würde? Was mag darüber hinaus passieren, wenn die Hautfarbe zum zentralen Thema und als Ursache für den Auf- und Abstieg der jungen Frau indiziert, wenn ihre Biografie als eine doppelte Emanzipation, sowohl von Geschlecht als auch von Ethnie erzählt und wenn lesbische Liebe als Moment widerständiger Selbstverwirklichung vorgeschlagen würde? Und was mag passieren, wenn Bergs ersten zwei Akte für ein 27-köpfiges Jazz-Ensembles neuinstrumentiert und der dritte neu geschrieben würde (die Rechte sind seit 2005 frei) und nun Blech- und Holzbläser, ein elektrisches Klavier, E-Gitarre, ein paar Streicher und eine Mississippi-Orgel den Klang des Geschehens bestimmen?

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Alfredo Jaar wird in Berlin zum Klassiker…

3 plus 1 monografische Ausstellungen machen Alfredo Jaar nun endgültig zum Klassiker der Kunstgeschichte:

Die Ausstellung mit dem Titel „The way it is. Eine Ãsthetik des Widerstands“ gibt einen retrospektiven Überblick über 4 Jahrzehnte künstlerischer Arbeit – zeitgleich in den drei Berliner Institutionen Neue Gesellschaft für Bildende Kunst (NGBK – RealismusStudio), Berlinische Galerie und Alte Nationalgalerie, gerahmt durch Vorträge und Screenings.

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Zwei Schwergewichte…

Gleich mit zwei schwergewichtigen Ausstellungen setzt Okwui Enwezor seine Direktorenschaft am Münchner Haus der Kunst fort:

Bild-Gegen-Bild (noch bis 16.9.2012)

Und punktgenau zum 75. Jahrestag der Eröffnung:
Geschichten im Konflikt: Das Haus der Kunst und der ideologische Gebrauch von Kunst 1937-1955 (noch bis 13.1.2013),
hieran angebunden das Symposium 75/20 (9./10.6.2012) unter Beteiligung illustrer Gäste wie Mike Bal, Hans Haacke, Alfredo Jarr, W.J.T. Michell oder Georges Didi-Huberman (Videos der Tagung hier)

Bild-Gegen-Bild untersucht die Interrelation von Bild und Krieg in dem Zeitraum nach 1990/1991, wie sie Mitchell 1994 in seiner Picture Theory hinsichtlich veränderter Bildpolitiken seit 1991 diagnostizierte. Mitchell verdeutlicht seine Bildtheorien eindrucksvoll mittels der Gegenüberstellung zweier medialer Ereignisse im Jahr 1991. Dieses Jahr startete mit dem kriegspopularisierenden CNN-Spektakel von ‚Desert-Storm‘ im Irak und endete mit einem kinematografischen Re-enactment der Ermordung Kennedys, dem Blockbuster ‚JFK‘ von Oliver Stone: 2 Ereignisse, die Mitchell als „America’s Culture Wars“ bezeichnet: „In short, for Americans who watch television news, 1991, was a year of war and publicity, not just the publicizing or representing of war, but the waging of war by means of publicity and representation.“

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Kunst in Verteidigung der Demokratie – Art in defence of democracy

„Ich will nicht innerhalb einer so genannten Demokratie Kunst herstellen. Ich will dazu beitragen, die Demokratie selbst zu gestalten“ sagt Jonas Staal und lädt im Rahmen der 7. Berlin Biennale zum „New World Summit“, einem zweitägigen Kongress am 4. und 5. Mai 2012 in die Berliner Sophiensäle ein.

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Das Parlament des „New World Summit“ soll, so Staal, eine demokratische Ergänzung der bestehenden politischen Ordnung bilden und einen öffentlichen politischen Raum schaffen, in dem das demokratische System selbst und zwar zugunsten der Idee einer fundamentalen Demokratie, des Ideals einer dauerhaften Bewegung, eines offenen Prozesses zur Diskussion steht.

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Murmel Murmel: Herbert Fritsch iszeniert Dieter Roth an der Berliner Volksbühne

Murmel Murmel schweizer Dichter, Grafiker, Aktions- und Objektkünstler Dieter Roth Murmel Murmel Murmel Murmel Gewürz-, Schimmel- und Schokoladenobjekte die als Eat-Art Murmel Murmel Murmel Murmel konkrete Poesie Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Theaterstück von 1974 für 11 Personen Murmel Murmel 176 Seiten auf gebräuntem Papier Murmel Murmel Herbert Fritschs Körpertheater Murmel Murmel Murmel Murmel Musik Ingo Günther und seine Percussioninstrumente Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel Murmel 11 Schauspieler Murmel Murmel Murmel Murmel Kostüme Victoria Behr Murmel Murmel Intertextualität zu Roths konkreten, monochromen Farbfeldmalereien in rot, gelb und grün Murmel Murmel Murmel Murmel surrealistische Referenzen Murmel Murmel Intermedialität bildende Kunst Murmel Murmel.

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Die Psychoanalyse muss für Louise Bourgeois erfunden worden sein…

Durchsichtige Glaskugeln auf Stühlen und Hockern, eine hängende Stuhlsammlung, inmitten eine Beinprothese, ein Folterstuhl, eine Kinderschaukel, von einem Gobelin umrahmt, ein liegender Mamorblock mit Ohren (?), immer wieder Spiegel und dadurch Blickachsen, Parfümfläschchen und Glasfiguren, das alles hinter Gittern in käfigartigen Zellen:
„Passage dangereux“, von 1997.

Daneben:
Auf vertikalen Knochen hängende Kleidchen („Untitled“, 1996),
sich krümmende Stoffpuppen in Glaskästen mit Gitterrückwand („Cell XXII, Portrait“, 2000),

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Im Moment des Agierens und Einnehmens erfolgt(e) der Moment der Missachtung und des Zerstörens.

Cyprien Gaillard, „the recovery of discovery, Kunst-Werke Berlin, 27.3. – 22.5.2011

Zu Beginn der Vernissage, Samstag, 26.3.2011, gegen 17h, war eine 7 Meter breite, 7 Meter lange, 7 Meter hohe Stufenpyramide in gleissendem Neonlicht zu sehen. Konstruiert aus blau-weissen EFES-Kartons, die die Stufen der Pyramide bildeten und als Behältnis von 72.000 Bierflaschen dienten.

Am Ende der Vernissage, Sonntag, 27.3.2011, gegen 1h war der große Saal der Berliner Kunst-Werke im Erdgeschoss eine Massenansammlung von Youngstern, die im Verlauf des Abends die Pyramide kaperten und sich über die verschiedenen Höhenniveaus mit Bierflasche in der Hand bis unter die Decke der kw schraubten – eingehüllt in Tabakwolken und Biergerüchen, als Highlight dokumentiert durch die eigenen, blitzenden Handys.
Von den EFES-Pappkartons waren noch zerfleddderte Reste zu sehen, einige empfingen bereits im Eingangs- bzw. besser gesagt im Ausgangsbereich der Kunst-Werke.

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Re-Designing the World…

Zeitgleich zur gelebten Demokratie im Rahmen von Stuttgart 21 eröffnete der Württembergische Kunstverein Stuttgart am Schlossplatz, wenige Minuten vom Stuttgarter Hauptbahnhof entfernt, die Ausstellung „Re-Designing the East. Politisches Design in Asien und Europa“ (bis 9.1.2011).

In 6 räumlich fokussierten und thematisch ausgerichteten Sektionen, sortiert nach 6 Ländern, 3 osteuropäische (Ungarn, Polen, Tschechien) und 2 (süd-ost-)asiatische (Thailand und Südkorea) sowie Indien wird die Beteiligung von Designpraktiken an den Prozessen politischer Bedeutungsproduktion seit den 80er Jahren sichtbar gemacht.

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„Zur Nachahmung empfohlen!“…

…überschreibt Adrienne Goehler die von ihr kuratierte Ausstellung mit dem Untertitel „Expeditionen in Ãsthetik und Nachhaltigkeit“. Wunderbar, den (kunsthistorischen und überwunden geglaubten) Aspekt des ‚Nachahmens‘ im Titel anklingen zu lassen und mit ‚Expeditionen‘ den prozessualen, experimentellen und betriebsamen Status zu betonen; Schade, dass auch Goehler keinen Alternativbegriff zu dem vernutzten der Nachhaltigkeit gefunden hat…

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Knapp 50 Künstler zeigen bis zum 10.10.2010 auf großzügigem Raum in den Uferhallen Berlin ihre künstlerischen Arbeiten und Praktiken, die im weitesten Sinne im Bereich der Ökologie angesiedelt sind, technische Erfindungen oder Politprojekte vorstellen (u.a. Jae Rhim Lees alternatives Begräbnissystem, Christoph Kellers Sonnenlicht-Reflektions-System fuer urbane, sonnenlose Räume), sich zum Klimawandel positionieren (u.a. Superflex‘ Apokalypse-Inszenierung in einem McDonald’s), ökologische Veränderungen dokumentieren (u.a. Cornelia Hesse-Honeggers Recherchen und Dokumentationen von radioaktiv verseuchten und mutierten Wanzen), partizipatorisch-aktionistisch intervenieren (u.a. Christin Lahrs 1-Cent-pro-Tag-Onlinebanking und Marx‘-Kapitaltransfer an die Bundesbank) oder alternative Handlungsansaetze anbieten (u.a. the Yes Men’s kapitalismuskritischen Neoaktivistenmethoden, Zwischenberichts ‚Berliner Schöpfung‘, einem Wasser aus der Berliner Panke, Gudrun F. Windloks Adoptionsservice für Europäer mit Bindungsängsten nach Afrika).

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Das große John-Bock-Wunderkammer-Imperium

…bis zum 31.08.2010 in der Temporären Kunsthalle Berlin mit dem Titel FischGrätenMelkStand.

In einem viergeschossigem Gerüstbau-Labyrinth zeigt die Ausstellung in Einzelkabinetten aus Stoffen, Sperrholz, Plexiglas, Campinganhängern oder Autoreifen mit so wundersamen Namen wie „Bonjour Tristess in der Kunstwohlfahrt“ oder „im Schatten der Made“, aber auch in Gerüstgängen und -auskragungen in die Höhe und Breite insgesamt etwa 150 Werke von über 60 Bock-Freunden und -kollegen wie Schlingensief, Kippenberger, Zobernig, Ackermann, Slominski oder Tiravanija.

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„Die Stadt gehört doch eigentlich uns allen…“

Letzter Termin ist vorerst der 16.4.2010 und zwar „mittendrin“ im praktizierten „Recht auf Stadt“ in Hamburg, das hier seit 2008 in Anspruch genommen wird. Christoph Schäfer, in Hamburg lebender Künstler, wird seine Publikation „Die Stadt ist unsere Fabrik“, ein Bildessay in 158 Zeichnungen (verlegt bei Spector Books Leipzig), im Hamburger Gängeviertel präsentieren, das seit August 2009 von 200 Künstlern besetzt wird.

In sechs Kapiteln erzählt Schäfer in unterschiedlichen Dichten und Geschwindigkeiten die Geschichte des Urbanen: Beginnend vor 60.000 jahren – vor 5.000 jahren dann die Erfindung der Stadt (als verdichtete Unterschiedlichkeit), Uchisar und Ischtar Tempel in Assur, über London, Paris und Kowoloon walled City… Angelehnt an Henri Lefebvres Theorie der Revolution der Städte (frz. 1970, dt. 1990), nach der Raum ein soziales Produkt sei und erst durch soziales Handeln entstehen würde, sich hieraus zwingend etwa das Recht der Anwesenheit oder das des Zugangs ergebe (Holm), zeichnet sich Schäfer mit Aquarellstiften vom Ur-Schlamm bis in die Hamburger „Recht auf Stadt“ Bewegung und versteckt nicht seine Abneigung der „glitschigen postfordistischen Verhältnisse“.

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Baldessari in Berlin

Es hätte ein besonderer Abend werden können.
Die Galerie Sprüth Magers Berlin in der Oranienburger Str. präsentierte John Baldessari
im „Künstlergespräch“ mit Jan Schmidt-Garre.
Angekündigt war ausserdem eine Auswahl seiner „einflussreichsten Filme“.

Aus Wertschützung dieses kunsthistorischen Heros US-Amerikanischer Konzeptkunst der späten sechziger und siebziger Jahre verzichte ich darauf, mich über die massiven organisatorischen Mängel dieses Abends zu ärgern, die dazu führten, Baldessari (im Dunkeln) nur erahnen und seine Ausführungen akustisch nicht verstehen zu können. Es bleibt die Gewissheit, dass ihm vor etwa 40 Jahren Bedeutendes gelang, von dem er und sein Publikum noch heute zehren, so dass das Publikum dieses Abends genügsam die Einschränkungen in Kauf nahm.

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Transnational Republic lädt ein zu den Pre-Elections 2009

Bereits 2005 luden Vlado Velkov in Kooperation mit der Transnational Republic zur „Elections for Foreigners“ ein. In Fortsetzung dieser Idee fand nun vom 10. bis 25. September 2009 zwischen 10 und 18 uhr in den Räumen der APS (Artnews Projects), Brunnenstr. 190 in Berlin, die nächste Wahlgelegenheit, und zwar eine Pre-Election statt:

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Statt Psychose „quite clever“

Am 21. Januar 2009 simulierte die Künstlerin Guantanamo (Jhg. 1973) auf der Liljehomsbruecke in Stockholm die Symptome psychisch verwirrter Personen und wurde von der Polizei in die psychiatrische Notaufname des St. Goeran Hospital gebracht. Hier wurde sie mit Beruhigungsmitteln ruhig gestellt und an einem Bett festgebunden.
Am nächsten Tag teilte Odell dem Krankenhauspersonal mit, dass sie am Abend zuvor simuliert hätte, dies Teil ihres Diplomprojektes an der Konstfack 2009 sei und nun den Titel Okänd Kvinna 349701 tragen würde. Mit dieser Arbeit wolle sie die schwedische Psychiatrie thematisieren, mit welcher sie bereits vor 10 Jahren Erfahrung gemacht habe.

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Quelle: http://www.konstfack2009.se/bachelor/bafa/anna-odell

Aus dem Abschlussbereicht vom 22.01.2009:

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Guantanamo-Aufnahmelager in der Hamburger Hafencity?!

Aus der Pressemeldung:
Die Freie und Hansestadt Hamburg hat sich als eine der ersten Regierungen Europas entschlossen, die Einrichtung eines Lagers zur Aufnahme von Häftlingen aus dem US Militärgefängnis auf Kuba zu unterstützen. Das Guantanamo Allocation Center wird als Public Private Partnership aus Mitteln der Behörde für Kultur, Sport und Medien finanziert. Die stadteigene HafenCity GmbH stellt hierfür die notwendigen Flächen zur Verfügung. Der von dem Künstler Christoph Faulhaber gegründeten Initiative haben sich bereits mehrere private und öffentliche Institutionen angeschlossen. Die Einrichtung der Baustelle beginnt am 28. August 2009.

Weitere Informationen:
http://www.gac-web.org

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Der Zauber-Photograph

Julius von Bismarck (Jahrgang 1983) studiert experimentelle Mediengestaltung in der Klasse von Joachim Sauter an der Universität der Künste Berlin. Und von Bismarck hat eine Rückwärts-Photographie-Maschine entwickelt, ein photographischer Hack auf eine allgegenwärtige Medienmaschinerie.
Nebenbei hat er seine Maschine als Patent angemeldet und gleich noch den Prix Ars Electronica 2008 in der Kategorie Interactive Art abgeräumt.

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artLABOR: Es ist ja ein durchaus hochtechnischer Bereich, in dem sich deine Arbeit ‚Image Fulgurator‘ bewegt. Kannst du uns den Prozess deiner Arbeit ein wenig näher bringen?

JvB: Oft habe ich die Inspiration aus der reinen Technik. Also ich belese mich über Technik oder ich bastel und habe dann technische Ideen, wo mir bewusst wird, dass man daraus etwas Künstlerisches machen koennte. Oder wo ein spezieller, neuer Effekt entsteht, der mehr als die Summe der Teile ist und wo ich versuche, diese künstlerisch zu verwerten. Und dann denke ich mir ein Konzept aus, was im Ausstellungskontext oder Stadtraum Sinn machen könnte.
Manchmal ist es aber auch so, dass ich von der anderen Seite herangehe, dass ich etwas künstlerisch spannend finde oder auch politisch oder medial mich ein Thema interessiert und ich dafür nach Techniken suche, die man benutzen könnte. Also es geht von beiden Seiten aus.

artLABOR: War dieser zweite Weg so einer, der jetzt zum Fulgurator geführt hat?

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„Alles begann an einem 17. Januar vor 1.000.000 Jahren

… Ein Mann nahm einen trockenen Schwamm und ließ ihn in einen Eimer Wasser fallen. Wer dieser Mann war, ist nicht wichtig. Er ist tot, aber die Kunst ist lebendig.“

Mit diesen Sätzen proklamierte der französische Fluxus-Künstler robert filliou am 17. Januar 1963 den Geburtstag der Kunst (nachzuhören unter http://ubu.wfmu.org/sound/fluxus_box/Fluxus-Anthology-30th_03_Robert_Filliou.mp3: Robert Filliou, whispered history of art, 1963).

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picidae.net, II

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Eine – nein zwei Eingebungen führten Wachter und Jud zu ihrem hoch achtenswerten Kunstgriff picidae.net, blinde Flecke aufblitzen zu lassen und in der Folge auffüllen zu können – und dabei ganz nebenbei zu der Lösung eines konkreten und scheinbar unüberwindbaren Problems:

1. Take ya picture!
Ein mit Digicam ausgestattetes Konsumpublikum steht gegenwärtig ganz im Dienste dieses Slogans; das Bild ist aber auch Gegenstand und Reflexionsmedium der sich neu organisierenden Bildwissenschaft und Visual Culture. picidae.net aktiviert eine strukturelle Machtdimension des Bildes, wie es ihm kaum noch zuzuerkennen war.

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