Baldessari in Berlin

23. November 2009 – 18:34

Es haette ein besonderer abend werden koennen:
Die galerie sprüth magers berlin in der oranienburger str. praesentierte john baldessari
im “kuenstlergespraech” mit jan schmidt-garre.
Angekuendigt war ausserdem eine auswahl seiner “einflussreichsten filme”.

Aus wertschaetzung dieses kunsthistorischen heros us-amerikanischer konzeptkunst der spaeten sechziger und siebziger jahre verzichte ich darauf, mich ueber die massiven organisatorischen maengel dieses abends zu aergern, die dazu fuehrten, baldessari (im dunkeln) nur erahnen und seine ausfuehrungen akustisch nicht verstehen zu koennen. Es bleibt die gewissheit, dass ihm vor etwa 40 jahren bedeutendes gelang, von dem er und sein publikum noch heute zehren, so dass das publikum dieses abends genuegsam die einschraenkungen in kauf nahm.

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Gezeigt wurde in baldessaris beisein die dadaistische lesson, einer topfpflanze sowohl ueber akustischen als auch visuellen kanal das alphabet beizubringen:
“Teaching a Plant the Alphabet”, 1972, Video, 18:40min, schwarz/weiss.


Baldessari Teaching A Plant The Alp Creation via Noolmusic.com

Abschliessend dann die digitale praesentation baldessaris tributs fuer sol lewitt aus dem jahr 1972, dessen 35 Sentences on Conceptual Art von 1969 zu je unterschiedlichen Melodien zu singen:

Und hier noch ein hinweis auf die aktuelle berliner ausstellung in der galerie sprüth magers berlin: grossformatige prints zum thema “hands and/or feet” aus 2009.


Im Interview: Rirkrit Tiravanija (30.09.2009)

26. Oktober 2009 – 00:53

found: http://www.art-in-tv.de/art-tv-ext.php?id=1435

Further information >>


Art & Climate Change, ab 31.10.2009 in Copenhagen

25. Oktober 2009 – 17:44

Vor zwei jahren (2007) referierte ich auf einem herbstteffen des tt30 des Club of Rome zum thema nachhaltigkeit der beiden kunstereignisse des jahres 2007, der documenta 12 und der Skulptur Projekte Muenster 07, und stiess bei einigen kollegen auf leichtes, aber doch verstaendliches unverstaendnis. Hatte doch zu diesem zeitpunkt die kunstproduktion nachhaltigkeit weder inhaltlich noch methodisch noch rezeptorisch fuer sich entdeckt. Meine kritik an den beiden grossausstellungen fiel entsprechend massiv aus.

Umso mehr freut mich ein ausstellungsvorhaben, das im zusammenhang der UN-Klimakonferenz vom 6. bis 18.12.2009 nun in kopenhagen umgesetzt wird:

RETHINK - contemporary art & climate change
Eine kunstausstellung, die an vier kollaborierenden orten und institutionen perspektiven von etwa 30 skandinavischen und internationalen kunstproduzierenden auf das thema aus spezifischen blickwinkeln zeigt und am 31.10.2009 eroeffnet wird.

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RETHINK relations
National Gallery of Denmark
31.10.2009 - 5.4.2010
RETHINK Relations bids the audience to reconsider our social relations and how we live.
Teilnehmende kuenstler:
Tomas Saraceno (AR), Olafur Eliasson (IS/DK), Henrik Håkansson (SE), Allora & Calzadilla (US/CU).

RETHINK The Implicit
Den Frie Centre of Contemporary Art
31.10. - 27.12.2009
RETHINK The Implicit brings to light the aspects of climate changes we take for granted or overlook.
Teilnehmende kuenstler:
Elin Hansdottir (IS), Thilo Frank (DE), Henrik Håkansson (SE), Bright Ugochukwu Eke (NG), Kerstin Ergenzinger (DE), Tove Storck (DK).

RETHINK Kakotopia
Nikolaj Contemporary Art Center
31.10. -10.1.2010
RETHINK Kakotopia considers the possibility of a future with catastrophic climate changes.
Teilnehmende kuenstler:
Lise Autogena (DK), Joshua Portway (UK), Bill Burns (CA), The Icelandic Love Corporation (IS), Eric Andersen (DK), Superflex (DK), Tea Mäkipää (FI), Haubitz + Zoche (DE), Tue Greenfort (DK), Cornelia Parker (UK), Ruri (IS), Superflex (DK), Fiona Tan (ID/NL).

RETHINK Information
Moesgaard Museum und im oeffentlichen raum
ab 31.10.2009
RETHINK Information deals with new technologies and how to use them to understand climate changes.
Teilnehmende kuenstler:
Jette Gejl (DK), Parfyme (DK), Janine Randerson (NZ), The People Speak (UK).

Weitere Informationen unter http://www.rethinkclimate.org

Pressematerial unter http://www.rethinkclimate.org/press


In eigener Sache: …

22. Oktober 2009 – 20:59

…unsere Publikation
“EinSichten eines Bunkers. Eine Versuchsanordnung zum Umgang mit Verschlossenem”
ist seit dem 20.09.2009 online!

22 Akteure aus Deutschland, Israel, Tunesien, Weißrussland und der Schweiz praesentieren ihre 33 Arbeiten in Form von Text, Zeichnung, Fotografie, Videos, Audio, die in 33 Kulturtechniken zum Umgang mit Verschlossenem muenden.

http://EinSichten.GeheimRat.com


Transnational Republic lädt ein zur Pre-Elections 2009

27. September 2009 – 14:53

Bereits 2005 luden vlado velkov in kooperation mit der transnational republic zur “Elections for Foreigners” ein. In fortsetzung dieser idee fand nun vom 10. bis 25. september 2009 zwischen 10 und 18 uhr in den raeumen der APS (artnews projects), brunnenstr. 190 in berlin, die naechste wahlgelegenheit, und zwar eine Pre-Election statt:

Kuenstler, autoren, intellekturelle und kulturarbeiter waren eingeladen, ihre stimme abzugeben und damit “in hoher sensibilitaet, vision und verantwortlichkeit” eine vorwahl stattfinden zu lassen.
…ungegrenzt durch nationalitaeten dem slogan der TR entsprechend: “Globalisation needs Democracy!”

Die vorwahl-ergebnisse sollten, so der plan, 36 stunden vor wahlbeginn veroeffentlicht werden, in der hoffnung, die politische entscheidung beeinflussen zu koennen, die die naechsten 4 jahre in der bundesrepublik deutschland politikbestimmend sein wird:
“a possible rare impact of art on politics”, hiess es im konzepttext.

Stattdessen wurde die wahlurne ungeoeffnet belassen: eine skulptur statt ein handlungfeld… zumindest mit der option, als “impact” zu wirken.

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…someone doesn’t want people to read this:

20. September 2009 – 11:04

Eine Kampagne von Amnesty International >>:



underground is overground.

14. September 2009 – 23:30

Vom 26.08. bis 06.09.2009 fand am strandkai der hamburger hafencity das subvision festival fuer internationale gegenwartskunst statt, zu dem 31 kuenstlergruppen, freie projektraeume, off-spaces und research projekte aus 19 laendern (>>) eingeladen waren, die sich ausserhalb etablierter institutionen und ungeachtet kommerzieller verwertbarkeit entwickelt haben sollten.

(Hier ein link zu weiteren 300 kuenstlerinitiativen:
http://www.subvision-hamburg.com/blog/?p=720&language=de)

Mit ausstellungen, kuenstlergespraechen, performances, konzerten, lesungen und videoscreenings wurde inmitten einer temporaeren ausstellungsarchitektur aus schiffscontainern und baugeruesten ein fuer hamburger verhaeltnisse ungewoehnlicher rahmen angeboten, dessen unkonventionalitaet von der konfiguration der initiatoren noch uebertroffen wurde:
Die hochschule fuer bildende kuenste HFBK kooperierte mit den deichtorhallen und der hamburger kunsthalle - und zwar zum thema OFF.

Folgenden fragen versuchte sich das festival lt. selbstauskunft anzunaehern:
“Wie können künstlerische Projekte jenseits etablierter Institutionen auf gesellschaftliche Prozesse einwirken? Lassen sich Werke ausserhalb der Verwertungsketten des Kunstmarktes positionieren und können sie so der absehbaren Wirkungslosigkeit entgehen, zu der sie in den Archiven der Museen und Sammler verurteilt scheinen? Lassen sich engagierte Beziehungen zwischen Besuchern und Künstlern entwickeln, die über den bloßen “Konsum” eines Werkes hinausgehen? Und inwiefern könnte dabei die Definition des “Werks” über die “Künstlerpersönlichkeit” als Autor unterbrochen werden? Abschliessend gefragt: Lässt sich das Verhältnis zwischen Künstlern, Werken und Publikum sowie von Ausstellung und Vermittlung also grundlegend neu bestimmen?”

Ein bemerkenswertes vorhaben, das selbst eine antwort fand:
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Denn die berechtigte frage ist:
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Weitere Informationen:
http://www.subvision-hamburg.com

Eine Rundgang in Bildern (Fotos bkb):

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Und hier die location in GoogleMaps:

Größere Kartenansicht


statt psychose “quite clever”

14. September 2009 – 21:54

Am 21. Januar 2009 simulierte die kuenstlerin anna odell (jhg. 1973) auf der liljehomsbruecke in stockholm die symptome psychisch verwirrter personen und wurde von der polizei in die psychiatrischen notaufname des st. goeran hospital gebracht. Hier wurde sie mit beruhigungsmitteln ruhig gestellt und an einem bett festgebunden.
Am naechsten tag teilte odell dem krankenhauspersonal mit, dass sie am abend zuvor simuliert haette, dies teil ihres diplomprojektes an der konstfack 2009 sei und nun den titel Okänd Kvinna 349701 tragen wuerde. Mit dieser arbeit wolle sie die schwedische psychiatrie thematisieren, mit welcher sie bereits vor 10 Jahren erfahrung gemacht habe.

Aus dem abschlussbereicht vom 22.01.2009:

Care process
It was learned at a later consultation, that the name of this pat is Anna Odell, born Pers. ID no 731003-xxxx. She had previously explained that she had staged a repetition of Anna having become psychotic 10 years earlier. All was just to carry out a project. Anna described how she had spoken with various persons and informed that she wanted to pretend to be psychotic for 24 hours and see what happened then. Anna left “To reconstruct a psychosis” by Anna Odell Konstfack 2008, in which pat’s entire reasoning regarding events of the past day are described.

Mental status
Fairly good formal and emotional contact. No evidence of psychosis. Clear and lucid, quite clever. No psychotic symptoms!

Procedure / planning
After sign became so upset that I sign could not stay in the room, belongings were returned to the pat who was immediately released. She would like to explain but sign, who was not really capable of listening to this, explains that she can obtain the sign’s address and mail the explanation!
35-year-old woman with psychotic episode 10 years earlier. Carried out a repetition/staging of this episode. Feigned psychosis. Not currently judged to suffer from any serious mental disturbance, has only simulated psychiatric symptoms and thus does not fulfill criteria for compulsory institutional care (LTV)

Neben der herausragenden thematisierung von foucaults forschungsthemen wie disziplinierung, kontrolle, wahrheit, macht und koerper klingt hier die diskussion um den konstruktionsprozess von kunst an. Denn mit odells arbeit ist eine diskussion unter kuenstlern, kritikern, politikern, kolumnisten und bloggern angestossen, die ihrerseits auskunft gibt ueber das aktuelle kulturelle klima in schweden.

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Quelle: http://www.konstfack2009.se/bachelor/bafa/anna-odell

Und wir verweisen auf die gegenueberstellung von ROM-art und RAM-art (2004), die differenz zwischen (re)praesentation und operation: http://artlabor.eyes2k.net/?page_id=3