not our museum – your action space…
5. Mai 2012 – 20:07
…versprechen die initiatoren (artur zmijewski zusammen mit joanna warsza) der 7. berlin biennale am eingang der kunstwerke und legen klare visuelle spuren, in welchem bedeutungsrahmen sie sich verorten wollen:
Zitiert wird aus stephan hessels Empoert Euch! (2010), revolutionsparolen sind auf die waende aufgebracht, julian assange und anonymous bild- und namentlich vermerkt, “das ende des kapitalismus” wird prognostiziert…

ein systemfehler_neustart im herzstueck der kunstwerke wird in aussicht gestellt und auf grossen timetable koennen veranstaltungen notiert werden, die zu einer “vision of a new society” fuehren (koennen), ausserdem: guerilla gardening im hof, rettungsschirme im ausleih, “unisex feel free wc” im angebot:

so kann es dann heissen: “occupy biennale”, und zwar folgerichtig mit freiem Eintritt.

die kritik des feuilletons (siehe unten) faellt vernichtend aus, das programm unter dem biennale-motto “Forget Fear” fuer die naechsten wochen (bis 1.7.2012) ist reichhaltig:
- Workshops zu methoden des gewaltfreien widerstands, initiiert vom Centre for Applied Nonviolent Action and Strategies (CANVAS) (19.5.2012, 11 bis 20 Uhr in den KW Institute for Contemporary Art)
- Workshops zur visualisierung komplexer netzwerke mittels kartographie (6.5.2012, 10 bis 18 Uhr in den KW Institute for Contemporary Art)
- Aufforderungen, ein museum in der naehe zu besetzen, mit den dazugehoerigen tipps
- die trilogie Crisis der moskauer dokumentartheatergruppen Teatr.doc und Joseph Beuys Theater zum thema menschenrechts- und demokratieverletzungen in russland im Hau Drei
- die aktion “Erinnern Sie mit!” in zusammenarbeit mit der stiftung flucht, vertreibung, versoehnung und der bitte, fuer deren kuenftige dauerausstellung objekte zur verfuegung zu stellen, die von heimatverlust und zwangsemigration in europa im 20. jahrhundert erzaehlen.
Anmerkungen:
When Attitude becomes Art, 3.5.2012, Matthias Reichelt, telepolis
Das Scheitern der Berlin Biennale, Unmittelbar unnütz, Ingo Arend, 29.4.2012, taz
Berlin Biennale, Die Kunst als Werkzeug, Gerrit Gohlke, 27.4.2012, Zeit Online
Macht Kommerz doch klug?, Daniel Schreiber, 27.4.2012, Cicero
Occupy geht immer, Catrin Lorch, 26.4.2012, SZ
Occupy-Bewegung besetzt Berlin Biennale: Damit fängt Kultur erst an, 25.4.2012, SZ
Die Selbstabschaffung der Kunst, Ingo Arend, 16.4.2012, taz
Der Kiez wird schwarzweiss, Swantje Karich, 10.6.2012, FAZ



















