Das große john-bock-wunderkammer-imperium…

26. Juli 2010 – 23:16

…bis zum 31.08.2010 in der temporaeren kunsthalle berlin mit dem titel FischGrätenMelkStand.

In einem viergeschossigem geruestbau-labyrinth zeigt die ausstellung in einzelkabinetten aus stoffen, sperrholz, plexiglas, campinganhaengern oder autoreifen mit so wundersamen namen wie “bonjour tristess in der kunstwohlfahrt” oder “im schatten der made”, aber auch in geruestgaengen und -auskragungen in die hoehe und breite insgesamt etwa 150 werke von ueber 60 bock-freunden und -kollegen wie schlingensief, kippenberger, zobernig, ackermann, slominski oder tiravanija.

angereichert wird die unueberschaubare materialschlacht mit kuriositaeten aus der parapsychologie, musealen filmmaschinen, requisiten der filmgeschichte oder filmklassikern wie sergio leones “spiel mir das lied vom tod”. nicht zu vergessen die zeitgleich autorisierten 45 krabbelnden, kletternden, zwaengenden, neugierigen, verwunderten, schwitzenden und amuesierten besucher und viele weitere, vor der sur-/ir-/realen wunderkammer-installation wartende…

Budenzauber oder indiz fuer entdifferenzierungsmassnahmen im kunstsystem? fuer ein entkommen aus der sog. isolationshaft des white cube?

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Urlaubsantraege jetzt stellen!…

26. Juli 2010 – 12:48

…fordert die bremer schwankhalle jetzt freischaffende kuenstler auf, ihre urlaubsreifeerklaerung abzugeben, auf nicht mehr als einer a4-seite plausibel zu begruenden und eine kostenuebernahme des urlaubs zu beantragen.

Alle zwei monate bewilligt eine jury, bestehend aus mitgliedern und gaesten der schwankhalle, eine auswahl der antraege bzw. eine als angemessen erscheinende urlaubs-pauschale. (Hier zur orientierung eine auswahl von genehmigten und abgelehnten antraegen…)

Naechster abgabetermin ist der 30.08.2010.


BewachungBewachung

30. April 2010 – 09:02

…eine Empfehlung:
Lutz Dammbecks Ausstellung “Atlasmacher“, noch bis zum 11.07.2010 im Kunst-Raum des Deutschen Bundestages.

Dammbeck, der sich in seinen Arbeiten (Das Meisterspiel, 1998, Das Netz, 2004, Paranoia, 2006) immer wieder mit dem Geflecht aus Neuen Technologien, Psychologie, Politik und Kybernetik auseinandersetzt, tastet sich in dieser Installlation “Der Atlasmacher” an das Thema der sog. “Re-Education” im westlichen Teil Deutschlands nach 1945 heran. Dass der Ort sich mit seinen Praktiken in das Themenfeld kybernetisch rueckkoppelt, duerfte ihm gefallen…

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“Die Stadt gehört doch eigentlich uns allen…”

28. März 2010 – 01:04

Letzter termin ist vorerst der 16.4.2010 und zwar “mittendrin” im praktizierten “Recht auf Stadt” in hamburg, das hier seit 2008 in anspruch genommen wird. Christoph schaefer, in hamburg lebender kuenstler, wird seine publikation “Die Stadt ist unsere Fabrik”, ein bildessay in 158 zeichnungen (verlegt bei Spector Books Leipzig), im hamburger gaengeviertel praesentieren, das seit august 2009 von 200 kuenstlern besetzt wird.

In sechs kapiteln erzaehlt schaefer in unterschiedlichen dichten und geschwindigkeiten die geschichte des urbanen: Beginnend vor 60.000 jahren - vor 5.000 jahren dann die erfindung der stadt (als verdichtete unterschiedlichkeit), uchisar und ischtar tempel in assur, ueber london, paris und kowoloon walled city… Angelehnt an henri lefebvres theorie der revolution der staedte (frz. 1970, dt. 1990), nach der raum ein soziales produkt sei und erst durch soziales handeln entstehen wuerde, sich hieraus zwingend etwa das recht der anwesenheit oder das des zugangs ergebe (holm), zeichnet sich schaefer mit aquarellstiften vom ur-schlamm bis in die hamburger “Recht auf Stadt” bewegung und versteckt nicht seine abneigung der “glitschigen postfordistischen verhaeltnisse”.

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2002 war schaefer mit seinem Park Fiction-Projekt auf der Documenta 11 zu gast, das seit mitte der neunziger jahre an der schnittstelle von kunst, urbanismus und aktionismus in hamburg eine “kollektive wunschproduktion” zu ermitteln und umzusetzen versuchte. Resultat ist der heutige, gemeinsam mit den anwohnern geplante und gestaltete Antonipark, der seit 2005 am elbhochufer als oeffentlicher park in dem dicht besiedelten gebiet eine idee des erweiterten kunstbegriffs der sozialen plastik joseph beuys gibt.

Hierin setzt sich exakt das in szene, was lefebvre in den siebziger jahren heraufziehen sah: Im postindustriellen zeitalter, so die these, wuerde die stadt selbst zum zentralen produktionsort (schaefer kreiert hieraus den titel seiner publikation: “Die Stadt ist unsere Fabrik”). Subkulturen, kuenstler und kreative wuerden zu erfindern von orten und produzenten von kollektiven raeumen. “Welche alternativen lassen sich zum neoliberalen urbanisierungsmodell entwickeln, das fortgesetzt schwarze loecher produziert: finanzkrisen, verschuettete stadtarchive, marketing-idiotismen?”, fragt schaefer und freut sich in dem 6. kapitel seiner publikation vorerst ueber die derzeitigen geschehnisse in hamburg.

…2008 in gang gesetzt, dann im juni 2009 mit einer vernetzung von initiativen als RaS (Recht auf Stadt) formiert, seither als multitude fuer eine soziale, gerechte und demokratische stadt und gegen die offizielle politik der gentrifizierung im einsatz, als versuch, sich gegen die privatisierung von stadt und staedtischem raum zu wehren. Die initiative Komm in die Gänge (seit august 2009) und das manifest Not In Our Name, Marke Hamburg (oktober 2009), das sich gegen den werbefeldzug der marke hamburg in der standortpolitik ausspricht, sind nur zwei der handlungen, die den hamburgischen raum aktuell selbst performieren und das mit leidenschaft:
“Señoras y Señores! - die Städte der Multitude werden Orte der Leidenschaft sein oder, Ladies and Gentlemen — sie werden nichts sein!”

Die Stadt ist unsere Fabrik
Christoph Schäfer
304 Seiten, 158 Zeichnungen, deutsch / english
Spector Books Leipzig 2010 ISBN: 978-3-940064-95-0
28.00 eur

Weitere literaturempfehlungen zum thema:
Deleuze/Guattari, Rhizom, 1977.
Hardt/Negri, Empire - die neue Weltordnung, 2000 (dt. 2002).
Richard Florida, The Rise of the Creative Class. And How It’s Transforming Work, Leisure and Everyday Life, 2002.
Hardt/Negri, Multitude, Krieg und Demokratie im Empire, 2004 (dt. 2004).


Rethink in Copenhagen - the opening

16. Dezember 2009 – 15:38

YouTube-Kanal von Rethink09


So schoen waer’s…

6. Dezember 2009 – 21:50

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Das Nikolaj Contemporary Art Center in kopenhagen kuendigt hoffnungsvolles an. Doch es handelt sich nicht um eine konzeptionelle, sondern um eine organisatorische warnung:
hinter der tuer warten glasscherben.
(in einem naechsten posting mehr dazu.)

Ich bin sehr gespannt, wie zeitgenoessische kuenstler zum thema klimawandel arbeiten, ob und wie sie sich mit nachhaltigkeitsthemen auseinandersetzen, wie nicht nur die inhaltliche, sondern auf die ebene des mediums (i.s. mcluhans und flussers) diskutiert wird.

…eine chance, parallel zum UN-klimagipfel in kopenhagen die politischen qualitaeten von kunst unter beweis zu stellen oder als gewicht in die verhandlungen einzubringen?


Einige empfehlungen…

6. Dezember 2009 – 16:38

…zur veraenderung des eigenen verhaltens, gefunden am rande des klimagipfels in kopenhagen…

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Sign the online-petition!


Welcome to Co2penhagen

6. Dezember 2009 – 16:16

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Weitere informationen:
Die offizielle UN-seite
UN-Klimakonferenz (Wikipedia) mit einer chronologischen auswahl bisheriger entwicklungen
Greenpeace zum klimagipfel
Die Klima-Allianz als vernetzungsplattform mit auskuenften zu den aktvitaeten in kopenhagen und in deutschland
Die forderungen im ueberblick
Klimarechner im Internet
Erde 3.0 Thema Zukunftsforschung